#user

  • Tumblr-User im Blickpunkt: Nick von Bläckfisk Tattoo
Heute möchten wir in unserer beliebten Rubrik das Tattoo-Studio Bläckfisk Tattoo Co. aus Berlin-Kreuzberg vorstellen. Das Team besteht aus Daniel Gensch, Sara Coldhouser, Katze, Dick Verdammt und dem Chef Nick Kater, der uns Rede und Antwort stand.
Nick, wann hast du dein erstes Tattoo bekommen und was war es?
Die ersten Piekereien habe ich an mir selber als Teenie vorgenommen – zuerst mit einer Nadel, um die ich einen Faden gewickelt habe, dann mit einer „Maschine“, die ich aus einem Akku-Rasierer, einer Gabel, einem Kugelschreiber, Duct Tape und einer Gitarrensaite gebastelt habe! Die war praktisch, weil man damit unabhängig von Steckdosen agieren konnte. Natürlich alles schön unprofessionell und alles andere als steril!
 Was macht einen guten Tätowierer aus? Sollte er z.B. auch gut zeichnen können, oder ist das nicht unbedingt notwendig?
Tätowieren ist ja ein weit gefächerter Bereich, da gibt es Künstler und Handwerker, und auch unter denen gibt es große Unterschiede! Jemand, der ein vorgefertigtes Flash sauber und brillant unter die Haut bringt, ist vielleicht ein besserer Tätowierer als ein junger Rembrandt, der mit der Nadel keine gerade Linie hinkriegt. Ein gewisses Talent sollte man natürlich voraussetzen, alles Weitere ist die subjektive Meinung jedes Einzelnen.
 Wie lange tätowierst du schon? Wie sahen deine Anfänge aus?
Ich habe vor vier Jahren angefangen, wobei ich das erste Jahr nicht wirklich dazuzählen würde. Damals habe ich mit Motiven angefangen, die wackelig und „scratchy“ sein durften, es gab viel Trial and Error, und ich war für jeden Tipp dankbar. Mittlerweile habe ich auch ein paar meiner Anfänge übertätowiert oder aufpoliert. Ich bin gespannt, was in den nächsten Jahren noch kommt. Tätowieren ist ja ein stetiges Weiterentwickeln, und man ist eigentlich nie am Ziel! 
Gibt es bestimmte Motive, die du besonders gern tätowierst? Kommt es schon mal vor, dass jemand ein Motiv mitbringt und du sagst, du machst es nicht, weil du dir nicht sicher bist, ob du es gut hinkriegen würdest?
Prinzipiell sind das die Motive, bei denen man mir freie Hand lässt und auf die ich Lust habe! Wenn ich mich tätowieren lasse, komme ich auch immer mit einer Idee und lasse dem Tätowierer für das Motiv freie Hand. Vielleicht bespreche ich die eine oder andere Sache mit ihm, aber ich rede ihm nicht in sein Handwerk und gebe ihm mein volles Vertrauen. Nur so kann meiner Meinung nach etwas wirklich Gutes dabei rauskommen!
Wenn der Tätowierer keine Lust auf etwas hat, dann wird das meistens auch kein gutes Tattoo. Deshalb sage ich durchaus manchmal, dass ich etwas nicht mache! Manchmal ist aber auch echt Blödsinn dabei, wo man genau weiß, dass die Person damit nicht ewig glücklich sein wird. Da muss man sich dann beraten, das gehört auch zum Job, und oft kommt dabei was raus, womit der/ die Kund/in richtig glücklich wird!
Kann man in Berlin gut vom Tätowieren leben?
Ich kenne Leute, die werden damit reich oder sind es schon geworden, und andere, die eben nur so viel machen, dass sie über die Runden kommen. Im Endeffekt sollte man diesen Job aber aus Liebe und Hingabe mit Demut und Respekt ausüben und nicht des Geldes wegen, da gibt es lukrativere Berufe, in denen man für mehr Kohle weniger können muss! Das Schöne am Tätowieren ist, dass man relativ frei ist! Das ganze Equipment, das man braucht, passt in einen Koffer, die Sprache der Tattoos ist universell verständlich und man kann überall in der Welt arbeiten. Berlin bietet einem dafür eine gute Basis mit seiner Offenheit für Kunst und Kultur, und wir haben oft Gasttätowierer aus aller Welt, die immer wieder gerne zu uns kommen und sich hier sehr wohl fühlen!

    Tumblr-User im Blickpunkt: Nick von Bläckfisk Tattoo

    Heute möchten wir in unserer beliebten Rubrik das Tattoo-Studio Bläckfisk Tattoo Co. aus Berlin-Kreuzberg vorstellen. Das Team besteht aus Daniel Gensch, Sara Coldhouser, Katze, Dick Verdammt und dem Chef Nick Kater, der uns Rede und Antwort stand.

    Nick, wann hast du dein erstes Tattoo bekommen und was war es?

    Die ersten Piekereien habe ich an mir selber als Teenie vorgenommen – zuerst mit einer Nadel, um die ich einen Faden gewickelt habe, dann mit einer „Maschine“, die ich aus einem Akku-Rasierer, einer Gabel, einem Kugelschreiber, Duct Tape und einer Gitarrensaite gebastelt habe! Die war praktisch, weil man damit unabhängig von Steckdosen agieren konnte. Natürlich alles schön unprofessionell und alles andere als steril!

    Was macht einen guten Tätowierer aus? Sollte er z.B. auch gut zeichnen können, oder ist das nicht unbedingt notwendig?

    Tätowieren ist ja ein weit gefächerter Bereich, da gibt es Künstler und Handwerker, und auch unter denen gibt es große Unterschiede! Jemand, der ein vorgefertigtes Flash sauber und brillant unter die Haut bringt, ist vielleicht ein besserer Tätowierer als ein junger Rembrandt, der mit der Nadel keine gerade Linie hinkriegt. Ein gewisses Talent sollte man natürlich voraussetzen, alles Weitere ist die subjektive Meinung jedes Einzelnen.

    Wie lange tätowierst du schon? Wie sahen deine Anfänge aus?

    Ich habe vor vier Jahren angefangen, wobei ich das erste Jahr nicht wirklich dazuzählen würde. Damals habe ich mit Motiven angefangen, die wackelig und „scratchy“ sein durften, es gab viel Trial and Error, und ich war für jeden Tipp dankbar. Mittlerweile habe ich auch ein paar meiner Anfänge übertätowiert oder aufpoliert. Ich bin gespannt, was in den nächsten Jahren noch kommt. Tätowieren ist ja ein stetiges Weiterentwickeln, und man ist eigentlich nie am Ziel!

    Gibt es bestimmte Motive, die du besonders gern tätowierst? Kommt es schon mal vor, dass jemand ein Motiv mitbringt und du sagst, du machst es nicht, weil du dir nicht sicher bist, ob du es gut hinkriegen würdest?

    Prinzipiell sind das die Motive, bei denen man mir freie Hand lässt und auf die ich Lust habe! Wenn ich mich tätowieren lasse, komme ich auch immer mit einer Idee und lasse dem Tätowierer für das Motiv freie Hand. Vielleicht bespreche ich die eine oder andere Sache mit ihm, aber ich rede ihm nicht in sein Handwerk und gebe ihm mein volles Vertrauen. Nur so kann meiner Meinung nach etwas wirklich Gutes dabei rauskommen!

    Wenn der Tätowierer keine Lust auf etwas hat, dann wird das meistens auch kein gutes Tattoo. Deshalb sage ich durchaus manchmal, dass ich etwas nicht mache! Manchmal ist aber auch echt Blödsinn dabei, wo man genau weiß, dass die Person damit nicht ewig glücklich sein wird. Da muss man sich dann beraten, das gehört auch zum Job, und oft kommt dabei was raus, womit der/ die Kund/in richtig glücklich wird!

    Kann man in Berlin gut vom Tätowieren leben?

    Ich kenne Leute, die werden damit reich oder sind es schon geworden, und andere, die eben nur so viel machen, dass sie über die Runden kommen. Im Endeffekt sollte man diesen Job aber aus Liebe und Hingabe mit Demut und Respekt ausüben und nicht des Geldes wegen, da gibt es lukrativere Berufe, in denen man für mehr Kohle weniger können muss! Das Schöne am Tätowieren ist, dass man relativ frei ist! Das ganze Equipment, das man braucht, passt in einen Koffer, die Sprache der Tattoos ist universell verständlich und man kann überall in der Welt arbeiten. Berlin bietet einem dafür eine gute Basis mit seiner Offenheit für Kunst und Kultur, und wir haben oft Gasttätowierer aus aller Welt, die immer wieder gerne zu uns kommen und sich hier sehr wohl fühlen!

  • Tumblr-User im Blickpunkt: Sarah von der Heide von DRAW ME THE NEWS
Sarah von der Heide lebt in Köln und arbeitet als freiberufliche Illustratorin und Grafik-Designerin. Für DRAW ME THE NEWS illustriert sie wöchentlich ein Ereignis des aktuellen Zeitgeschehens. Das können Schlagzeilen sein, die die Medien über mehrere Tage dominieren, aber auch kleinere Meldungen aus den Klatschspalten.
Wie bist du auf die Idee für dein Blog gekommen? Wie ergänzt das Bloggen deine Arbeit als Illustratorin und Designerin?
Als Illustratorin arbeite ich häufig nach sehr genauen Kundenvorstellungen und das “sich ausprobieren” bleibt dabei oft auf der Strecke. Gleichzeitig habe ich manchmal tagelang die Nachrichten ignoriert und fühlte mich dann schrecklich uninformiert. So kam mir die Idee beides durch ein Projekt zu optimieren. DRAW ME THE NEWS bietet mir eine Spielwiese, auf der ich völlig frei verschiedenste Inhalte in eine visuelle Form packen kann. Durch dieses stetige “Training” komme ich auch bei kommerziellen Projekten schneller zu einem guten Ergebnis.Ich mag die Kontinuität, die das Thema mit sich bringt, dass es als Ganzes einen Sinn ergibt und für den Betrachter einen unterhaltsamen Mehrwert bietet … und ich bleibe informiert.
Nachrichten entstehen ja in der Regel kurzfristig und sind oft nicht vorher abzusehen. Wie lange arbeitest du an den Illustrationen?
Manche Illustrationen dauern länger als andere, aber ich setze mir immer ein Zeitlimit von einem Tag.
Entstehen die Arbeiten digital oder eher von Hand? Was ist dir da lieber? Oder kommt es auf das Projekt an?
Meine Illustrationen sind meistens eine Mischung aus beidem. Manuelle Zeichnungen und/oder altes Bildmaterial scanne ich ein und bearbeite es mit Photoshop. Einzelne Elemente erstelle ich auch oft mit Illustrator. 
Ursprünglich wollte ich wieder mehr manuell arbeiten und nahm mir vor, DRAW ME THE NEWS auch rein manuell umzusetzen. Ich fand es dann aber doch unsinnig, sich für ein Web-Projekt auf diese Art einzuschränken. Hier kann ich z.B. endlich mal mit knalligen RGB-Farben arbeiten, was bei Illustrationen im Print-Bereich nicht möglich ist. Warum also auf diese Freiheit verzichten?

Was sind deine Lieblingsblogs auf Tumblr?

Oh, da gibt es so viele, und sie ändern sich ständig, aber momentan gefallen mir besonders:
SerialThrillerSarah IllenbergerFlair7sobmVisual GraphcContemporary Art DailyCubicle RefugeeFreunde von Freunden

    Tumblr-User im Blickpunkt: Sarah von der Heide von DRAW ME THE NEWS

    Sarah von der Heide lebt in Köln und arbeitet als freiberufliche Illustratorin und Grafik-Designerin. Für DRAW ME THE NEWS illustriert sie wöchentlich ein Ereignis des aktuellen Zeitgeschehens. Das können Schlagzeilen sein, die die Medien über mehrere Tage dominieren, aber auch kleinere Meldungen aus den Klatschspalten.

    Wie bist du auf die Idee für dein Blog gekommen? Wie ergänzt das Bloggen deine Arbeit als Illustratorin und Designerin?

    Als Illustratorin arbeite ich häufig nach sehr genauen Kundenvorstellungen und das “sich ausprobieren” bleibt dabei oft auf der Strecke. 
    Gleichzeitig habe ich manchmal tagelang die Nachrichten ignoriert und fühlte mich dann schrecklich uninformiert. So kam mir die Idee beides durch ein Projekt zu optimieren. DRAW ME THE NEWS bietet mir eine Spielwiese, auf der ich völlig frei verschiedenste Inhalte in eine visuelle Form packen kann. Durch dieses stetige “Training” komme ich auch bei kommerziellen Projekten schneller zu einem guten Ergebnis.
    Ich mag die Kontinuität, die das Thema mit sich bringt, dass es als Ganzes einen Sinn ergibt und für den Betrachter einen unterhaltsamen Mehrwert bietet 
    … und ich bleibe informiert.

    Nachrichten entstehen ja in der Regel kurzfristig und sind oft nicht vorher abzusehen. Wie lange arbeitest du an den Illustrationen?

    Manche Illustrationen dauern länger als andere, aber ich setze mir immer ein Zeitlimit von einem Tag.

    Entstehen die Arbeiten digital oder eher von Hand? Was ist dir da lieber? Oder kommt es auf das Projekt an?

    Meine Illustrationen sind meistens eine Mischung aus beidem. Manuelle Zeichnungen und/oder altes Bildmaterial scanne ich ein und bearbeite es mit Photoshop. Einzelne Elemente erstelle ich auch oft mit Illustrator. 
    Ursprünglich wollte ich wieder mehr manuell arbeiten und nahm mir vor, DRAW ME THE NEWS auch rein manuell umzusetzen. Ich fand es dann aber doch unsinnig, sich für ein Web-Projekt auf diese Art einzuschränken. Hier kann ich z.B. endlich mal mit knalligen RGB-Farben arbeiten, was bei Illustrationen im Print-Bereich nicht möglich ist. Warum also auf diese Freiheit verzichten?
    Was sind deine Lieblingsblogs auf Tumblr?
    Oh, da gibt es so viele, und sie ändern sich ständig, aber momentan gefallen mir besonders:
  • Tumblr-User im Blickpunkt: Christian und Daniel von WohnzimmerKonzerte
Christian Lundsgaard-Hansen, 23, wohnhaft in Bern, studiert Sozialwissenschaften an der Universität Bern und organisiert in Bern die Kultur- und Nachwuchsförderungsveranstaltung „Bonsoir Jardin“. Sein Ziel ist es, als vielseitiger Kulturunternehmer seine eigenen Brötchen backen zu können.
Daniel Sigrist, 28, ist im Berner Oberland aufgewachsen und wohnt heute in Olten, wo er Angewandte Psychologie studiert. Neben der Beschäftigung mit Musik liest er viel und spielt gelegentlich Tennis oder Crossgolf.
Gemeinsam haben sie das Projekt WohzimmerKonzerte ins Leben gerufen. Was genau dahinter steckt? Lest selbst.
Erzählt doch mal, wie die WohnzimmerKonzerte zustande kommen, d.h. wie treibt ihr die Künstler auf, wie treibt ihr die Gastgeber auf etc.? Kommt es auch vor, dass ihr und/oder die Musiker in den jeweiligen Wohnungen auch gleich übernachten?
Mit der Idee, Konzerte in intimer und persönlicher Atmosphäre, völlig ohne Technik und mit maximaler Nähe zum Publikum zu spielen, konnten wir recht schnell Leute aus unserem persönlichen Umfeld begeistern. Danach hat sich die ganze Sache dann recht schnell entwickelt und mittlerweile spielen wir praktisch nur noch bei Personen, welche wir vorher nicht persönlich kannten. Wir hatten Glück und haben recht schnell ein paar Presseberichte gekriegt, was ein wenig Aufmerksamkeit für unser Konzept generiert hat. Zudem kommen auch immer wieder Anfragen über unseren Blog rein oder es passiert, dass die Leute irgendwo von uns gehört haben. Auf diese Art und Weise sind auch erste Kontakte nach Deutschland entstanden, sodass wir im November 2012 während insgesamt 10 Tagen auch erstmals in deutschen Wohnzimmern unterwegs waren. Hier war es dann auch so, dass wir jeweils gleich in den Wohnungen übernachtet haben. In der Schweiz aber sind die Distanzen kürzer und daher fahren wir nach jedem WohnzimmerKonzert bequem mit dem Zug nach Hause. Derzeit sind wir daran, weitere Künstler in unsere Konzertreihe zu integrieren, damit unser Netzwerk breiter abgestützt wird. Unser Ziel ist es, eine kleine WZK-Bewegung aufzubauen, welche gerne auch grenzüberschreitend sein kann. Unser erster Abstecher nach Deutschland im letzten Jahr war eine tolle Erfahrung und wir haben sehr viel Zuspruch erhalten. Darüber hinaus sind auch bereits weitere Kontakte ins Ausland entstanden, aber dieses Wachstum braucht Zeit und lässt sich nur bedingt planen.
Was für Künstler treten in eurer Reihe auf? Haben manche davon schon Tonträger veröffentlicht, oder sind es grundsätzlich Künstler ohne Vertrag? Sind die Konzerte eher akustisch, oder wird schon mal gerockt?
Bis jetzt haben wir, Christian und Daniel, an die 40 WohnzimmerKonzerte gespielt und dabei im Februar 2013 mit Lindsay Ferguson aus Kanada erstmals auch eine „fremde“ Künstlerin an ein WohnzimmerKonzert mitgenommen. Lindsay hat bereits zwei Tonträger veröffentlicht und ist als Independent-Künstlerin wie gemacht für die unkomplizierte und direkte Art der WohnzimmerKonzerte. Christian hat ebenfalls bereits zwei CDs veröffentlicht und Daniel hat jeweils sein Debütalbum im Gepäck. Wir sind alles Künstler ohne Vertrag, was aber nicht bedeutet, dass wir keine Tonträger veröffentlichen können. Das Konzept der WohnzimmerKonzerte passt perfekt zu uns als Independent-Künstler und die Möglichkeit, auf diese Art und Weise von der CD-Produktion bis zu der Tournee alles total selbständig organisieren zu können, eröffnet uns sehr viele Freiheiten. Während auf unseren Tonträgern auch Schlagzeug oder elektrische Gitarren zu hören sind, spielen wir bei den WohnzimmerKonzerten bewusst nur akustisch und gänzlich ohne Technik (d.h. ohne Mikrofone und Verstärker). Durch diese direkte Form des Musikmachens entsteht eine einmalige Atmosphäre, in welcher die Musik im Zentrum steht und viele persönliche Begegnungen eröffnet werden. Getreu unserem Motto „Musik verbindet“ lernen wir durch die WohnzimmerKonzerte immer wieder sehr spannende Menschen kennen und diese Begegnungen machen auch einen großen Teil der speziellen WZK-Atmosphäre aus.
Wie viele Leute kommen in etwa zu den Konzerten? Gab es irgendwelche besonders spannenden Erlebnisse oder Locations? Feiert man im Anschluss an ein Konzert noch irgendwie zusammen mit den Gästen?
In der Regel kommen zwischen 20 bis 40 Personen an ein WohnzimmerKonzert. Wir haben schon viele spannende Momente erlebt und einer der schönsten war, als in Rostock nach dem Konzert jemand zu uns kam, nach Worten rang und schließlich den Satz „Menschen wie ihr bereichern das Leben“ stammelte – das war unglaublich berührend! Zu der speziellen WZK-Atmosphäre gehört dazu, dass wir uns vor und nach dem Konzert unter die Leute mischen und so sehr viele spannende Gespräche entstehen. Es ist auch schon vorgekommen, dass wir dann mit den Leuten noch um die Häuser gezogen sind oder dass nach unserem Konzert noch getanzt wurde. Jedes WohnzimmerKonzert ist immer wieder anders, jedes Wohnzimmer ist immer wieder anders und genauso sind auch die Leute an einem WohnzimmerKonzert immer wieder anders. Genau das macht WohnzimmerKonzerte so unvergleichlich und für uns als Musiker ist es ein Privileg, dass wir unsere Musik auf diese Art und Weise mit den Leuten teilen dürfen.

    Tumblr-User im Blickpunkt: Christian und Daniel von WohnzimmerKonzerte

    Christian Lundsgaard-Hansen, 23, wohnhaft in Bern, studiert Sozialwissenschaften an der Universität Bern und organisiert in Bern die Kultur- und Nachwuchsförderungsveranstaltung „Bonsoir Jardin“. Sein Ziel ist es, als vielseitiger Kulturunternehmer seine eigenen Brötchen backen zu können.

    Daniel Sigrist, 28, ist im Berner Oberland aufgewachsen und wohnt heute in Olten, wo er Angewandte Psychologie studiert. Neben der Beschäftigung mit Musik liest er viel und spielt gelegentlich Tennis oder Crossgolf.

    Gemeinsam haben sie das Projekt WohzimmerKonzerte ins Leben gerufen. Was genau dahinter steckt? Lest selbst.

    Erzählt doch mal, wie die WohnzimmerKonzerte zustande kommen, d.h. wie treibt ihr die Künstler auf, wie treibt ihr die Gastgeber auf etc.? Kommt es auch vor, dass ihr und/oder die Musiker in den jeweiligen Wohnungen auch gleich übernachten?

    Mit der Idee, Konzerte in intimer und persönlicher Atmosphäre, völlig ohne Technik und mit maximaler Nähe zum Publikum zu spielen, konnten wir recht schnell Leute aus unserem persönlichen Umfeld begeistern. Danach hat sich die ganze Sache dann recht schnell entwickelt und mittlerweile spielen wir praktisch nur noch bei Personen, welche wir vorher nicht persönlich kannten. Wir hatten Glück und haben recht schnell ein paar Presseberichte gekriegt, was ein wenig Aufmerksamkeit für unser Konzept generiert hat. Zudem kommen auch immer wieder Anfragen über unseren Blog rein oder es passiert, dass die Leute irgendwo von uns gehört haben. Auf diese Art und Weise sind auch erste Kontakte nach Deutschland entstanden, sodass wir im November 2012 während insgesamt 10 Tagen auch erstmals in deutschen Wohnzimmern unterwegs waren. Hier war es dann auch so, dass wir jeweils gleich in den Wohnungen übernachtet haben. In der Schweiz aber sind die Distanzen kürzer und daher fahren wir nach jedem WohnzimmerKonzert bequem mit dem Zug nach Hause. Derzeit sind wir daran, weitere Künstler in unsere Konzertreihe zu integrieren, damit unser Netzwerk breiter abgestützt wird. Unser Ziel ist es, eine kleine WZK-Bewegung aufzubauen, welche gerne auch grenzüberschreitend sein kann. Unser erster Abstecher nach Deutschland im letzten Jahr war eine tolle Erfahrung und wir haben sehr viel Zuspruch erhalten. Darüber hinaus sind auch bereits weitere Kontakte ins Ausland entstanden, aber dieses Wachstum braucht Zeit und lässt sich nur bedingt planen.

    Was für Künstler treten in eurer Reihe auf? Haben manche davon schon Tonträger veröffentlicht, oder sind es grundsätzlich Künstler ohne Vertrag? Sind die Konzerte eher akustisch, oder wird schon mal gerockt?

    Bis jetzt haben wir, Christian und Daniel, an die 40 WohnzimmerKonzerte gespielt und dabei im Februar 2013 mit Lindsay Ferguson aus Kanada erstmals auch eine „fremde“ Künstlerin an ein WohnzimmerKonzert mitgenommen. Lindsay hat bereits zwei Tonträger veröffentlicht und ist als Independent-Künstlerin wie gemacht für die unkomplizierte und direkte Art der WohnzimmerKonzerte. Christian hat ebenfalls bereits zwei CDs veröffentlicht und Daniel hat jeweils sein Debütalbum im Gepäck. Wir sind alles Künstler ohne Vertrag, was aber nicht bedeutet, dass wir keine Tonträger veröffentlichen können. Das Konzept der WohnzimmerKonzerte passt perfekt zu uns als Independent-Künstler und die Möglichkeit, auf diese Art und Weise von der CD-Produktion bis zu der Tournee alles total selbständig organisieren zu können, eröffnet uns sehr viele Freiheiten. Während auf unseren Tonträgern auch Schlagzeug oder elektrische Gitarren zu hören sind, spielen wir bei den WohnzimmerKonzerten bewusst nur akustisch und gänzlich ohne Technik (d.h. ohne Mikrofone und Verstärker). Durch diese direkte Form des Musikmachens entsteht eine einmalige Atmosphäre, in welcher die Musik im Zentrum steht und viele persönliche Begegnungen eröffnet werden. Getreu unserem Motto „Musik verbindet“ lernen wir durch die WohnzimmerKonzerte immer wieder sehr spannende Menschen kennen und diese Begegnungen machen auch einen großen Teil der speziellen WZK-Atmosphäre aus.

    Wie viele Leute kommen in etwa zu den Konzerten? Gab es irgendwelche besonders spannenden Erlebnisse oder Locations? Feiert man im Anschluss an ein Konzert noch irgendwie zusammen mit den Gästen?

    In der Regel kommen zwischen 20 bis 40 Personen an ein WohnzimmerKonzert. Wir haben schon viele spannende Momente erlebt und einer der schönsten war, als in Rostock nach dem Konzert jemand zu uns kam, nach Worten rang und schließlich den Satz „Menschen wie ihr bereichern das Leben“ stammelte – das war unglaublich berührend! Zu der speziellen WZK-Atmosphäre gehört dazu, dass wir uns vor und nach dem Konzert unter die Leute mischen und so sehr viele spannende Gespräche entstehen. Es ist auch schon vorgekommen, dass wir dann mit den Leuten noch um die Häuser gezogen sind oder dass nach unserem Konzert noch getanzt wurde. Jedes WohnzimmerKonzert ist immer wieder anders, jedes Wohnzimmer ist immer wieder anders und genauso sind auch die Leute an einem WohnzimmerKonzert immer wieder anders. Genau das macht WohnzimmerKonzerte so unvergleichlich und für uns als Musiker ist es ein Privileg, dass wir unsere Musik auf diese Art und Weise mit den Leuten teilen dürfen.

  • Tumblr-User im Blickpunkt: Frederik Frede und Timmi Seifert von Freunde von Freunden

    Freunde von Freunden ist das kreative Interview-Projekt der MoreSleep Agentur in Berlin. Wir haben uns mit den Machern Frederik Frede und Timmi Seifert  getroffen, um herauszufinden, was ein gutes Interview ausmacht, was es mit dem bevorstehenden Buch Friends auf sich hat, und wen sie am liebsten interviewen würden.

  • Tumblr-User im Blickpunkt: Frank von retrokonsolist

    Frank-P. Kokarew, Baujahr 1963, ist von Beruf Dipl.-Ingenieur und wohnt in  Winsen/Luhe zwischen Hamburg und Lüneburg. Nach dem Abitur in Hamburg hat er Verfahrenstechnik studiert, aktuell arbeitet er im Bereich Sales bei einem großen amerikanischen Unternehmen. Zu seinen Hobbys gehören Videogames, der Jeep und Quad/ATV. Seiner Liebe zu Retro-Games und alten Konsolen hat er ein Blog gewidmet, das wir heute vorstellen möchten.

    Wann bist du zum ersten Mal mit Videospielen in Berührung gekommen, und was war dein erstes eigenes Gerät?

    Ja das ist aus heutiger Sicht gar nicht mehr so einfach zu beantworten. Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre waren es eher die Arcade-Automaten, die mir das eine oder andere DM -Stück aus der Tasche gezogen haben. Automaten wie Pac Man, Donkey Kong, Asteroids waren angesagt. Zu Hause habe ich dann eher auf Heimcomputern wie dem ZX 81 oder Commodore VC 20 “gearbeitet”. Ich habe aber immer neidisch auf die Konsolen geschaut, da es so einfach war: Modul in den Schacht, spielen……. Da war nichts mit Load Error und Bandsalat. Nur die Modulpreise waren seinerzeit so hoch, dass das Spielen auf einem Heimcomputer einfach erschwinglicher war. Meine erste eigene Konsole war dann das Nintendo NES bei Veröffentlichung hier in Deutschland.

    Spielst du auch aktuelle Spiele, oder bist du komplett auf retro geeicht? Spielst du überhaupt viel, oder interessieren dich eher die Geräte, das Design, die Technik?

    Heute spiele ich fast gar nicht mehr. An den alten Konsolen interessiert mich das Design, die Technik und das seinerzeit technisch Machbare. Was nicht heißt, dass ich nicht von Zeit zu Zeit eine Konsole anschließe und mir ein paar alte Spiele anschaue. Heutzutage sind mir die meisten Spiele viel zu komplex. Ich stamme aus der Arcade-Zeit, in der man sofort in ein Spiel starten konnte, ohne die Steuerung oder Anleitung zu studieren.

    Viele der in deinem Blog vorgestellten Geräte sind deine eigenen. Sammelst du alte Systeme? Hast du zu Hause ein kleines Museum?

    Ich versuche einzelne Stücke aus meiner Sammlung für andere Interessierte kurz vorzustellen. Mittlerweile habe ich eine Vielzahl von Konsolen und Handhelds mit dazugehörigen Spielen angesammelt. Museum würde ich das nicht nennen, da gibt es sicher komplettere Sammlungen. In meiner Sammlung sind Konsolen und Spiele aus allen Zeiten der Videospielgeschichte. Einige Konsolen stehen noch auf meiner Wunschliste, dazu gehört zum Beispiel die Bally Astrocade, auch einige ausgewählte Spiele für das Philips Videopac. Mein Wunschzettel ist aber noch länger. :)

    Was sind deine Lieblingssysteme und -spiele? Was ist/war deiner Meinung nach der beste Handheld?

    Mein Lieblingssystem ist das Neo Geo Home, die Traumkonsole der 90er und die einzige Konsole, die Arcade 1:1 ins Wohnzimmer geholt hat. Aber auch das Vectrex und Atari Jaguar faszinieren mich heute immer noch. Die besten Handhelds waren und sind für mich immer noch der Game Boy und Atari Lynx. Heute ziehe ich den 3DS der PS Vita vor.

    Hast du Kontakt zu anderen Retrogamern? Gibt es in Deutschland eine Szene? Sind das alles ältere Semester, oder kann man jüngere Menschen, die mit ganz anderer Technik aufgewachsen sind, auch für so was begeistern?

    Sicher, es gibt in Deutschland eine Szene. In vielen Großstädten gibt es regelmäßige Retrobörsen, es gibt Podcasts und viele gute Internetseiten zu diesem Thema. Ich habe einige Retrobörsen besucht und war erstaunt, dass sich viele junge Leute für dieses Thema interessieren. Alte Videogames erleben meiner Meinung nach gerade ein Revival. Auch jüngere Semester interessieren sich für das Thema, wie eben für Oldtimer oder alte Musik.

    Was hältst du von Emulatoren: Eine gute Möglichkeit, wenn es jemandem zu aufwändig ist, alte Geräte und Spiele zu kaufen?

    Ich persönlich halte von Emulatoren sehr wenig. Der Charme der alten Spiele sprüht nur auf den Original-Konsolen. Um vielleicht sehr seltene oder nicht veröffentlichte Spiele anzuschauen, ist sicher ein Emulator eine Ausnahme wert.

  • Tumblr-User im Blickpunkt: Flo Hayler vom Ramones Museum Berlin

    Ein Ramones Museum in Berlin? Kommen die nicht aus New York?

    Wir haben uns mit Flo im Ramones Museum Berlin getroffen, um herauszufinden, wieso es ausgerechnet in der deutschen Hauptstadt ein Ramones Museum gibt, wer dahintersteckt, und was es neben den ganzen Exponaten sonst noch da zu sehen gibt.

  • Tumblr-User im Blickpunkt: Niklaus Reichle von tourneledisque
Niklaus ist 26 Jahre alt und kommt aus Rorschach am Bodensee in der Schweiz. Zurzeit lebt er in St. Gallen und studiert Internationale Beziehungen. Nebenbei jobbt er in einem Plattenladen, organisiert Konzerte in seiner Stadt und singt in der Garagenband Les Chevaux Sauvages. Und dann hat Niklaus noch ein Hobby. Aber lest selbst …
Wie bist du auf die Idee gekommen, Menschen und Plattenspieler zusammenzubringen und das Ganze in einem Blog zu präsentieren?
Meine Eltern haben sich schon früh ihres Schallplattenspielers sowie auch der meisten Schallplatten entledigt. Das Sammeln geht wohl eine Generation weiter zurück. Ich habe dies von meinem Großvater geerbt, der seiner Lebzeiten alles Mögliche angehäuft hat. Noch heute reichen seine Kugelschreiber, Büroklammern und Tesafilm für weitere zehn Jahre.
Meinen ersten Plattenspieler habe ich bei einem lokalen Trödlerladen erworben. Das Gerät war ziemlich mies, aber es reichte für die bescheidenen fünf oder sechs Deutschpunkplatten, die ich damals besaß. Sogleich packte mich das Fieber. Ich kaufte immer mehr Plattenspieler zusammen, auf Flohmärkten, bei Trödlern, in Brockenhäuser oder fand welche auf Briefkästen gestellt zum Gratismitnehmen. Irgendwann hatte ich dann einfach zu viele Geräte. Und dooferweise hing ich dann auch noch daran. Die ersten zwei, drei Stücke verkaufte ich schweren Herzens an Freunde. Jedes Mal wollte ich aber ein Foto machen, damit ich den betreffenden Plattenspieler auf irgendeine Weise doch noch bei mir hatte. Nach einiger Zeit kam mir dann die Idee, das Ganze so halböffentlich zu machen und einen kleinen Blog zu betreiben.
Auf welchem Wege kontaktieren dich die Menschen in der Regel? Bist du außer dem Blog noch irgendwo präsent?
In der Regel läuft das von Mund zu Mund. Mein einziges Fenster zur Welt sind der Blog auf Tumblr und eine entsprechend geführte Facebook-Seite. In seltenen Fällen kann es auch vorkommen, dass ich bei Gelegenheit mal an einem besonderen Markt oder in einer Bar einige Plattenspieler verkaufe.
Die meisten, die bei mir gekauft haben, sind Freunde oder Freunde von Freunden. Einige Anfragen habe ich auch über Email bekommen. Zwei, drei Mal verschickte ich dann einen Plattenspieler, aber wirklich Freude daran hatte ich nicht. Das Spannende an tourneledisque ist nicht einen Versandhandel mit Packtisch aufzubauen, sondern vielmehr den Leuten in meiner Wohnung bei Kaffee, Tee oder Bier Plattenspieler zu zeigen und Geschichten zu erzählen. Diese Geräte muss man anfassen, genau auch wie die Schallplatten. Zudem tönt jeder Plattenspieler anders, was man online halt einfach nicht hören kann.

In deinem Blog fällt auf, dass die meisten Teilnehmer wahrscheinlich deutlich jünger sind als die dazugehörigen Plattenspieler. Was meinst du, woher kommt diese Begeisterung?
Das ist wahr. Die meisten sind durchaus fortschrittliche Zeitgenossen, die auch iPhone und Laptop verwenden. Die Begeisterung für Vinyl ist ungebrochen, denke ich. Nur war lange Zeit die Hemmschwelle damit zu beginnen sehr groß. Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Besuche in Plattenläden: Ganz vorsichtig und nervös bediente ich dann den Plattenspieler, wenn gerade niemand hinschaute. Die Generation PC ist es sich zudem nicht mehr gewöhnt eine Stereoanlage aus verschiedenen Komponenten zusammenzuschließen. Alles kommt heute aus einem Gerät und das per Knopfdruck. Kofferplattenspieler sind da geradezu perfekt für den ersten Kontakt mit dem schwarzen Gold, da man keinen zusätzlichen Verstärker und haufenweise Kabel verwenden muss – Stromstecker rein und ab. Ist die erste Hürde zum Vinyl-Genuss mal genommen, kaufen die meisten ziemlich schnell ziemlich viele Platten und das Virus greift um sich. Ich denke, dass zurzeit generell ein Trend hin zu Möbeln und Musik der 50er und 60er auszumachen ist (zumindest in der Schweiz). Vor allem in den Brockenstuben merkt man das, da die Preise von Gegenständen aus diesen Dekaden in der letzten Zeit stark angestiegen sind. Fernsehserien wie Mad Men tun da das Ihrige hinzu.
Hast du ein bestimmtes Lieblingsgerät oder eine Zeit, in der das Design aus deiner Sicht besonders toll war?

Ufff … da gibt es viele, die ich ganz gerne habe. Legendär sind auf jeden Fall die Plattenschlucker bzw. Mangiadischi aus den 50er/60er Jahren, die wie Auto-CD-Player mit einem Schlitz für kleine Vinyl-Singles funktionieren. Ganz gut gefallen mir auch die Plattenspieler, die Dieter Rahms für die Marke Braun konzipiert hat. Diese sind von einer wunderbaren Schlichtheit. Schließlich bin ich auch ein Fan der Philips-Plattenspieler aus den 70er Jahren, die sehr knallige Farben haben und aus Plastik geschaffen sind. Und dann ist da noch der unkaputtbare Technics MK2, der sowohl zu Hause als auch beim Einsatz als DJ tip top passt. Und und und …

    Tumblr-User im Blickpunkt: Niklaus Reichle von tourneledisque

    Niklaus ist 26 Jahre alt und kommt aus Rorschach am Bodensee in der Schweiz. Zurzeit lebt er in St. Gallen und studiert Internationale Beziehungen. Nebenbei jobbt er in einem Plattenladen, organisiert Konzerte in seiner Stadt und singt in der Garagenband Les Chevaux Sauvages. Und dann hat Niklaus noch ein Hobby. Aber lest selbst …

    Wie bist du auf die Idee gekommen, Menschen und Plattenspieler zusammenzubringen und das Ganze in einem Blog zu präsentieren?

    Meine Eltern haben sich schon früh ihres Schallplattenspielers sowie auch der meisten Schallplatten entledigt. Das Sammeln geht wohl eine Generation weiter zurück. Ich habe dies von meinem Großvater geerbt, der seiner Lebzeiten alles Mögliche angehäuft hat. Noch heute reichen seine Kugelschreiber, Büroklammern und Tesafilm für weitere zehn Jahre.

    Meinen ersten Plattenspieler habe ich bei einem lokalen Trödlerladen erworben. Das Gerät war ziemlich mies, aber es reichte für die bescheidenen fünf oder sechs Deutschpunkplatten, die ich damals besaß. Sogleich packte mich das Fieber. Ich kaufte immer mehr Plattenspieler zusammen, auf Flohmärkten, bei Trödlern, in Brockenhäuser oder fand welche auf Briefkästen gestellt zum Gratismitnehmen. Irgendwann hatte ich dann einfach zu viele Geräte. Und dooferweise hing ich dann auch noch daran. Die ersten zwei, drei Stücke verkaufte ich schweren Herzens an Freunde. Jedes Mal wollte ich aber ein Foto machen, damit ich den betreffenden Plattenspieler auf irgendeine Weise doch noch bei mir hatte. Nach einiger Zeit kam mir dann die Idee, das Ganze so halböffentlich zu machen und einen kleinen Blog zu betreiben.

    Auf welchem Wege kontaktieren dich die Menschen in der Regel? Bist du außer dem Blog noch irgendwo präsent?

    In der Regel läuft das von Mund zu Mund. Mein einziges Fenster zur Welt sind der Blog auf Tumblr und eine entsprechend geführte Facebook-Seite. In seltenen Fällen kann es auch vorkommen, dass ich bei Gelegenheit mal an einem besonderen Markt oder in einer Bar einige Plattenspieler verkaufe.

    Die meisten, die bei mir gekauft haben, sind Freunde oder Freunde von Freunden. Einige Anfragen habe ich auch über Email bekommen. Zwei, drei Mal verschickte ich dann einen Plattenspieler, aber wirklich Freude daran hatte ich nicht. Das Spannende an tourneledisque ist nicht einen Versandhandel mit Packtisch aufzubauen, sondern vielmehr den Leuten in meiner Wohnung bei Kaffee, Tee oder Bier Plattenspieler zu zeigen und Geschichten zu erzählen. Diese Geräte muss man anfassen, genau auch wie die Schallplatten. Zudem tönt jeder Plattenspieler anders, was man online halt einfach nicht hören kann.

    In deinem Blog fällt auf, dass die meisten Teilnehmer wahrscheinlich deutlich jünger sind als die dazugehörigen Plattenspieler. Was meinst du, woher kommt diese Begeisterung?

    Das ist wahr. Die meisten sind durchaus fortschrittliche Zeitgenossen, die auch iPhone und Laptop verwenden. Die Begeisterung für Vinyl ist ungebrochen, denke ich. Nur war lange Zeit die Hemmschwelle damit zu beginnen sehr groß. Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Besuche in Plattenläden: Ganz vorsichtig und nervös bediente ich dann den Plattenspieler, wenn gerade niemand hinschaute. Die Generation PC ist es sich zudem nicht mehr gewöhnt eine Stereoanlage aus verschiedenen Komponenten zusammenzuschließen. Alles kommt heute aus einem Gerät und das per Knopfdruck. Kofferplattenspieler sind da geradezu perfekt für den ersten Kontakt mit dem schwarzen Gold, da man keinen zusätzlichen Verstärker und haufenweise Kabel verwenden muss – Stromstecker rein und ab. Ist die erste Hürde zum Vinyl-Genuss mal genommen, kaufen die meisten ziemlich schnell ziemlich viele Platten und das Virus greift um sich. Ich denke, dass zurzeit generell ein Trend hin zu Möbeln und Musik der 50er und 60er auszumachen ist (zumindest in der Schweiz). Vor allem in den Brockenstuben merkt man das, da die Preise von Gegenständen aus diesen Dekaden in der letzten Zeit stark angestiegen sind. Fernsehserien wie Mad Men tun da das Ihrige hinzu.

    Hast du ein bestimmtes Lieblingsgerät oder eine Zeit, in der das Design aus deiner Sicht besonders toll war?

    Ufff … da gibt es viele, die ich ganz gerne habe. Legendär sind auf jeden Fall die Plattenschlucker bzw. Mangiadischi aus den 50er/60er Jahren, die wie Auto-CD-Player mit einem Schlitz für kleine Vinyl-Singles funktionieren. Ganz gut gefallen mir auch die Plattenspieler, die Dieter Rahms für die Marke Braun konzipiert hat. Diese sind von einer wunderbaren Schlichtheit. Schließlich bin ich auch ein Fan der Philips-Plattenspieler aus den 70er Jahren, die sehr knallige Farben haben und aus Plastik geschaffen sind. Und dann ist da noch der unkaputtbare Technics MK2, der sowohl zu Hause als auch beim Einsatz als DJ tip top passt. Und und und …

  • Tumblr-User im Blickpunkt: Matze von Mit Vergnügen
Mit Vergnügen ist ein Blog aus Berlin und wurde von Matze Hielscher und Pierre Türkowsky gegründet. Seit März 2010 empfehlen sie täglich ein Vergnügen in Berlin. Das kann eine Party, ein Konzert, eine Eisdiele oder ein Ausflug sein - eben alles, was sie selbst auch unternehmen. Neben dem Blog veranstalten sie auch eigene Vergnügen wie die 100 schönsten DJs und helfen anderen ihre Vergnügen auf die Beine zu stellen. Wir haben Matze ein paar Fragen zum neuen Mit Vergnügen-Blog auf Tumblr gestellt.

Erzähle uns ein bisschen über das neue Blog Mit Vergnügen. Worum geht es dabei und wer steckt dahinter?Hier auf unserem Tumblr-Blog führen wir eine Art Berlin-Tagebuch. Zum Anfang haben wir nur Sachen gepostet, die wir selbst gemacht haben. Jetzt teilen wir auch Musik, die in Berlin aufgenommen wurde, graue Bilder vom Fernsehturm, wilde Videos, kleine Geschichten, die hier passieren. Inhalte, die aber nicht zwingend von uns kommen müssen.






Nach einem ganzen Jahr voller Partys und Events gibt es bestimmt unheimlich viel Bildmaterial. Wer macht bei euch die Fotos, und wie trifft man bei so vielen Bildern eine Auswahl für das Blog?Anfangs waren es meistens meine Fotos. Jetzt kommen immer mehr Inhalte von anderen dazu. Julia und ich selektieren das und kleben es ins Tagebuch. Natürlich kann man uns gern Fotos von Veranstaltungen, lustigen Wandschmierereien und privaten Feten schicken. Für uns ist erst einmal alles relevant, was in Berlin passiert. Im Gegensatz zu mitvergnuegen.com geht es auf dem Tumblr um Dinge, die schon passiert sind.Gibt es ein Event, auf das ihr besonders gerne zurückschaut, vielleicht einen außergewöhnlich verrückten Abend oder eine lustige Begegnung?Meistens ist es das Event, das wir gerade gemacht haben. Ich hoffe, das bleibt auch so. Denn natürlich wollen wir immer auf das Aktuellste mit den größten Augen schauen. Gerade ist das die Pierreversion. Die haben wir Anfang Januar im FluxBau veranstaltet. Es war ein richtiger Kindergeburtstag. Nur waren am Ende alle Kinder betrunken.Foto von Lennard Rühle

    Tumblr-User im Blickpunkt: Matze von Mit Vergnügen

    Mit Vergnügen ist ein Blog aus Berlin und wurde von Matze Hielscher und Pierre Türkowsky gegründet. Seit März 2010 empfehlen sie täglich ein Vergnügen in Berlin. Das kann eine Party, ein Konzert, eine Eisdiele oder ein Ausflug sein - eben alles, was sie selbst auch unternehmen. Neben dem Blog veranstalten sie auch eigene Vergnügen wie die 100 schönsten DJs und helfen anderen ihre Vergnügen auf die Beine zu stellen. Wir haben Matze ein paar Fragen zum neuen Mit Vergnügen-Blog auf Tumblr gestellt.

    Erzähle uns ein bisschen über das neue Blog Mit Vergnügen. Worum geht es dabei und wer steckt dahinter?

    Hier auf unserem Tumblr-Blog führen wir eine Art Berlin-Tagebuch. Zum Anfang haben wir nur Sachen gepostet, die wir selbst gemacht haben. Jetzt teilen wir auch Musik, die in Berlin aufgenommen wurde, graue Bilder vom Fernsehturm, wilde Videos, kleine Geschichten, die hier passieren. Inhalte, die aber nicht zwingend von uns kommen müssen.

    Nach einem ganzen Jahr voller Partys und Events gibt es bestimmt unheimlich viel Bildmaterial. Wer macht bei euch die Fotos, und wie trifft man bei so vielen Bildern eine Auswahl für das Blog?

    Anfangs waren es meistens meine Fotos. Jetzt kommen immer mehr Inhalte von anderen dazu. Julia und ich selektieren das und kleben es ins Tagebuch. Natürlich kann man uns gern Fotos von Veranstaltungen, lustigen Wandschmierereien und privaten Feten schicken. Für uns ist erst einmal alles relevant, was in Berlin passiert. Im Gegensatz zu mitvergnuegen.com geht es auf dem Tumblr um Dinge, die schon passiert sind.

    Gibt es ein Event, auf das ihr besonders gerne zurückschaut, vielleicht einen außergewöhnlich verrückten Abend oder eine lustige Begegnung?

    Meistens ist es das Event, das wir gerade gemacht haben. Ich hoffe, das bleibt auch so. Denn natürlich wollen wir immer auf das Aktuellste mit den größten Augen schauen. Gerade ist das die Pierreversion. Die haben wir Anfang Januar im FluxBau veranstaltet. Es war ein richtiger Kindergeburtstag. Nur waren am Ende alle Kinder betrunken.

    Foto von Lennard Rühle
  • Tumblr-User der Woche: Axel Pfaender von Berlin Boombox
Axel ist 39, wohnt in Berlin und ist von Beruf Illustrator und Designer. Mit der Berlin Boombox hat er eine ebenso coole wie ungewöhnliche Idee umgesetzt, zu der wir ihn ein bisschen befragt haben.
Axel, wie kam es zu der Idee mit der Boombox?
Ich habe mir vor einer Weile für meinen iPod ein Sound-System gekauft, fand aber alle auf dem Markt erhältlichen Teile ziemlich hässlich gestaltet oder sehr teuer. Also habe ich trotzdem so einen langweiligen schwarzen “Plastikkasten” gekauft, mich aber danach ständig darüber geärgert. Irgendwann hatte ich die Idee, eine mit Oldschool-Gettoblaster-Grafik beklebte Hülle aus Pappe zu basteln und drüberzustülpen. So ziemlich jeder, der das Ding bei mir zu Hause sah, war begeistert, und meine Freunde haben mich ein Jahr lang gedrängt, es irgendwie zu produzieren. Am Anfang war ich skeptisch und hielt es nicht für möglich, schließlich bin ich Illustrator und kein Produktdesigner, geschweige denn Elektroniker. Doch irgendwann bekam ich doch Lust, die Idee umzusetzen und habe mich dahintergeklemmt.
Wo kann man die Boombox kaufen?
Für mich ist es natürlich am besten, die Leute ordern in meinem Online-Shop. Aber ich bin dabei, langsam ein Händlernetz aufzubauen. Bislang gibt es die Berlin Boombox in noblen Hotelboutiqen in New York, Streetwear-Läden in Berlin, Gadget-Kaufhäusern in Hongkong, Fashion-Shops … Es erstaunt mich immer wieder, in welchen unterschiedlichen Kontexten die Berlin Boombox Freunde findet. Auf meiner Website www.berlinboombox.com gibt es eine Karte mit allen Läden.
Wie ist die Nachfrage bisher? Ist das für dich überhaupt wichtig, oder ist die Boombox in erster Linie einfach Designkunst?
Die Nachfrage ist super. Ich habe die Berlin Boombox auf Kickstarter finanziert und in 30 Tagen 20.000 US-Dollar zusammenbekommen und damit mein Ziel von 14.000 weit übertroffen. Es geht hier überhaupt nicht um Designkunst, im Gegenteil! Das ist ein Gebrauchsgegenstand, der Spaß machen soll. Ich möchte damit so viele Menschen wie möglich erreichen, und ich freue mich, wenn ich damit auch den Mainstream erreiche. Dass mir das mit diesem Design gelingt, welches absolut ohne Kompromiss meine ästhetischen Vorstellungen repräsentiert, finde ich umso toller.
Ich bekomme aus allen Bereichen super-positives Feedback. Es scheint so, als ob die Leidenschaft, die ich da reingesteckt habe, sich überträgt. Meine Kunden schicken mir Bilder und Videos von sich mit der Berlin Boombox, und bislang sind alle begeistert. Und ich persönlich möchte mit Projekten wie der Berlin Boombox meinen Lebensunterhalt verdienen.
Du bist Illustrator und Designer. Kannst du uns ein paar Projekte nennen, die du während deiner Laufbahn realisiert hast?
In den letzten Jahren habe ich mich auf Illustrationen konzentriert, vor allem für Zeitschriften, aber auch Geschäftsberichte und Werbung – nachzuschauen hier: www.axelpfaender.com
Jahrelang habe ich für das tolle Computerspiele-Magazin GEE aus Hamburg illustriert und mir damit in der Szene eine kleine Fangemeinde aufgebaut. Dann habe ich begonnen, selbst Poster zu produzieren und zu vertreiben.

    Tumblr-User der Woche: Axel Pfaender von Berlin Boombox

    Axel ist 39, wohnt in Berlin und ist von Beruf Illustrator und Designer. Mit der Berlin Boombox hat er eine ebenso coole wie ungewöhnliche Idee umgesetzt, zu der wir ihn ein bisschen befragt haben.

    Axel, wie kam es zu der Idee mit der Boombox?

    Ich habe mir vor einer Weile für meinen iPod ein Sound-System gekauft, fand aber alle auf dem Markt erhältlichen Teile ziemlich hässlich gestaltet oder sehr teuer. Also habe ich trotzdem so einen langweiligen schwarzen “Plastikkasten” gekauft, mich aber danach ständig darüber geärgert. Irgendwann hatte ich die Idee, eine mit Oldschool-Gettoblaster-Grafik beklebte Hülle aus Pappe zu basteln und drüberzustülpen. So ziemlich jeder, der das Ding bei mir zu Hause sah, war begeistert, und meine Freunde haben mich ein Jahr lang gedrängt, es irgendwie zu produzieren. Am Anfang war ich skeptisch und hielt es nicht für möglich, schließlich bin ich Illustrator und kein Produktdesigner, geschweige denn Elektroniker. Doch irgendwann bekam ich doch Lust, die Idee umzusetzen und habe mich dahintergeklemmt.

    Wo kann man die Boombox kaufen?

    Für mich ist es natürlich am besten, die Leute ordern in meinem Online-Shop. Aber ich bin dabei, langsam ein Händlernetz aufzubauen. Bislang gibt es die Berlin Boombox in noblen Hotelboutiqen in New York, Streetwear-Läden in Berlin, Gadget-Kaufhäusern in Hongkong, Fashion-Shops … Es erstaunt mich immer wieder, in welchen unterschiedlichen Kontexten die Berlin Boombox Freunde findet. Auf meiner Website www.berlinboombox.com gibt es eine Karte mit allen Läden.

    Wie ist die Nachfrage bisher? Ist das für dich überhaupt wichtig, oder ist die Boombox in erster Linie einfach Designkunst?

    Die Nachfrage ist super. Ich habe die Berlin Boombox auf Kickstarter finanziert und in 30 Tagen 20.000 US-Dollar zusammenbekommen und damit mein Ziel von 14.000 weit übertroffen. Es geht hier überhaupt nicht um Designkunst, im Gegenteil! Das ist ein Gebrauchsgegenstand, der Spaß machen soll. Ich möchte damit so viele Menschen wie möglich erreichen, und ich freue mich, wenn ich damit auch den Mainstream erreiche. Dass mir das mit diesem Design gelingt, welches absolut ohne Kompromiss meine ästhetischen Vorstellungen repräsentiert, finde ich umso toller.

    Ich bekomme aus allen Bereichen super-positives Feedback. Es scheint so, als ob die Leidenschaft, die ich da reingesteckt habe, sich überträgt. Meine Kunden schicken mir Bilder und Videos von sich mit der Berlin Boombox, und bislang sind alle begeistert. Und ich persönlich möchte mit Projekten wie der Berlin Boombox meinen Lebensunterhalt verdienen.

    Du bist Illustrator und Designer. Kannst du uns ein paar Projekte nennen, die du während deiner Laufbahn realisiert hast?

    In den letzten Jahren habe ich mich auf Illustrationen konzentriert, vor allem für Zeitschriften, aber auch Geschäftsberichte und Werbung – nachzuschauen hier: www.axelpfaender.com

    Jahrelang habe ich für das tolle Computerspiele-Magazin GEE aus Hamburg illustriert und mir damit in der Szene eine kleine Fangemeinde aufgebaut. Dann habe ich begonnen, selbst Poster zu produzieren und zu vertreiben.

  • Tumblr-User im Blickpunkt: Oliver Boczek
Der Kieler Filmemacher Oliver Boczek hat über Umwege zum Film gefunden. Als Autodidakt arbeitete er zunächst bei zahlreichen Filmproduktionen in verschiedenen Bereichen, um schließlich eigene Kurzfilme zu realisieren. Bei seinem aktuellen Kurz-Spielfilm „Der kleine Kaiser“ lässt er über das Blog oliver-boczek die Öffentlichkeit an der Entstehung seines Filmes teilhaben. Es erzählt die Geschichte des Films vom Casting über den Dreh und die Postproduktion bis hin zur Premiere und dem Weg zu den Filmfestivals.
Oliver, könntest du kurz umreißen, worum es in „Der kleine Kaiser“ geht? Ist es ein Film für Kinder oder für alle Altersgruppen? Wo wird man den Film sehen können?
„Der kleine Kaiser“ ist eine märchenhafte Erzählung über einen Jungen, der sich in eine Fantasiewelt flüchtet, um der Realität zu entkommen. In dieser Welt ist sein Vater der Kaiser eines fernen Planeten. Zusammen mit seiner Freundin Lisa möchte er diesen Planeten mit einer selbst gebastelten Rakete besuchen. Außerdem tritt er selbst nur noch mit Krone und Gewand auf. Das führt natürlich zu Konflikten. „Der kleine Kaiser“ ist nicht direkt ein Kinderfilm, sondern für Zuschauer aller Altersklassen gedacht. Premiere wird im März 2013 auf dem Schleswig-Holsteinischen Filmfest Augenweide in Kiel sein. Danach wird der Film europaweit auf Filmfestivals zu sehen sein.
Was für Projekte hast du bisher gemacht und wie ist „Der kleine Kaiser“ da einzuordnen (z.B. von der Größenordnung, vom Budget her etc.)?
Bevor ich meine Leidenschaft zum Filmemachen entdeckte, hatte ich einen eher bodenständigen, kaufmännischen Beruf. Da ich damit nie so recht glücklich gewesen bin, habe ich mich entschieden, den Sprung ins Filmbusiness zu wagen. Das beginnt meistens mit Kurzfilmen, da man sich hier ausprobieren kann und die Finanzierung überschaubar bleibt.
„Der kleine Kaiser“ ist vom Budget und der Länge des Films her mein bisher umfangreichstes Projekt. Trotz Filmförderung und externer Unterstützung mussten wir sehr viel Geld einsparen. Unsere Drehzeit war daher mit zwölf Tagen sehr eng. Das Team hat auf seine Gage verzichtet und den gesamten Dreh durchgearbeitet. Wäre das nicht so gewesen, wäre das Projekt nicht machbar gewesen. Dafür bin ich sehr dankbar. Meine bisherigen Filme wie „Schlüsselerlebnis“ (Fünf Drehtage) und „Nackte Tatsachen“ (Drei Drehtage) waren dagegen vom Produktionsaufwand her eher bescheiden.
Wie kam es zu der Idee, die Entstehung des Films in einem Blog festzuhalten?
Wir wollten mit dem Blog zeigen, dass Filmemachen Teamarbeit ist. Viele am Projekt Beteiligte bleiben leider meist unbemerkt im Hintergrund. Eine befreundete Bloggerin von mir, Jessica Dahlke (www.kult-literaten.de), schlug mir vor, den gesamten Entstehungsprozess mit diesem Blog zu dokumentieren. Sie hat die Redaktion übernommen, schreibt die Berichterstattung und führt mit allen Beteiligten Interviews. Dadurch hat jeder die Möglichkeit, seine Arbeit vorzustellen und Leser können den aktuellen Stand der Produktion mitverfolgen. Besonders freut es mich, dass Imke Strank, die für das Kindercasting und die Betreuung der Kinder am Set verantwortlich war, von einem österreichischen Filmemacher aus Salzburg angefragt wurde, ob sie bei seinem Film das Kindercasting durchführen wolle. Er wurde über unser Blog auf sie aufmerksam. Netzwerk ist in der Filmbranche unheimlich wichtig.

    Tumblr-User im Blickpunkt: Oliver Boczek

    Der Kieler Filmemacher Oliver Boczek hat über Umwege zum Film gefunden. Als Autodidakt arbeitete er zunächst bei zahlreichen Filmproduktionen in verschiedenen Bereichen, um schließlich eigene Kurzfilme zu realisieren. Bei seinem aktuellen Kurz-Spielfilm „Der kleine Kaiser“ lässt er über das Blog oliver-boczek die Öffentlichkeit an der Entstehung seines Filmes teilhaben. Es erzählt die Geschichte des Films vom Casting über den Dreh und die Postproduktion bis hin zur Premiere und dem Weg zu den Filmfestivals.

    Oliver, könntest du kurz umreißen, worum es in „Der kleine Kaiser“ geht? Ist es ein Film für Kinder oder für alle Altersgruppen? Wo wird man den Film sehen können?

    „Der kleine Kaiser“ ist eine märchenhafte Erzählung über einen Jungen, der sich in eine Fantasiewelt flüchtet, um der Realität zu entkommen. In dieser Welt ist sein Vater der Kaiser eines fernen Planeten. Zusammen mit seiner Freundin Lisa möchte er diesen Planeten mit einer selbst gebastelten Rakete besuchen. Außerdem tritt er selbst nur noch mit Krone und Gewand auf. Das führt natürlich zu Konflikten. „Der kleine Kaiser“ ist nicht direkt ein Kinderfilm, sondern für Zuschauer aller Altersklassen gedacht. Premiere wird im März 2013 auf dem Schleswig-Holsteinischen Filmfest Augenweide in Kiel sein. Danach wird der Film europaweit auf Filmfestivals zu sehen sein.

    Was für Projekte hast du bisher gemacht und wie ist „Der kleine Kaiser“ da einzuordnen (z.B. von der Größenordnung, vom Budget her etc.)?

    Bevor ich meine Leidenschaft zum Filmemachen entdeckte, hatte ich einen eher bodenständigen, kaufmännischen Beruf. Da ich damit nie so recht glücklich gewesen bin, habe ich mich entschieden, den Sprung ins Filmbusiness zu wagen. Das beginnt meistens mit Kurzfilmen, da man sich hier ausprobieren kann und die Finanzierung überschaubar bleibt.

    „Der kleine Kaiser“ ist vom Budget und der Länge des Films her mein bisher umfangreichstes Projekt. Trotz Filmförderung und externer Unterstützung mussten wir sehr viel Geld einsparen. Unsere Drehzeit war daher mit zwölf Tagen sehr eng. Das Team hat auf seine Gage verzichtet und den gesamten Dreh durchgearbeitet. Wäre das nicht so gewesen, wäre das Projekt nicht machbar gewesen. Dafür bin ich sehr dankbar. Meine bisherigen Filme wie „Schlüsselerlebnis“ (Fünf Drehtage) und „Nackte Tatsachen“ (Drei Drehtage) waren dagegen vom Produktionsaufwand her eher bescheiden.

    Wie kam es zu der Idee, die Entstehung des Films in einem Blog festzuhalten?

    Wir wollten mit dem Blog zeigen, dass Filmemachen Teamarbeit ist. Viele am Projekt Beteiligte bleiben leider meist unbemerkt im Hintergrund. Eine befreundete Bloggerin von mir, Jessica Dahlke (www.kult-literaten.de), schlug mir vor, den gesamten Entstehungsprozess mit diesem Blog zu dokumentieren. Sie hat die Redaktion übernommen, schreibt die Berichterstattung und führt mit allen Beteiligten Interviews. Dadurch hat jeder die Möglichkeit, seine Arbeit vorzustellen und Leser können den aktuellen Stand der Produktion mitverfolgen. Besonders freut es mich, dass Imke Strank, die für das Kindercasting und die Betreuung der Kinder am Set verantwortlich war, von einem österreichischen Filmemacher aus Salzburg angefragt wurde, ob sie bei seinem Film das Kindercasting durchführen wolle. Er wurde über unser Blog auf sie aufmerksam. Netzwerk ist in der Filmbranche unheimlich wichtig.