• Tumblr-User im Blickpunkt: Alia von Spaceface Tattoo
Wie ihr euch vielleicht erinnert, haben wir in unserer Interview-Reihe vor ein paar Monaten bereits einen Tätowierer vorgestellt. Gleichzeitig haben wir fast dieselben Fragen Alia (28, rechts im Bild) gestellt, die ebenfalls tätowiert und zudem Gitarristin/Sängerin in einer Rockband ist. Interessant ist dabei, wie die Meinungen der Befragten in manchen Punkten auseinandergehen.
Wann hast du dein erstes Tattoo bekommen und was war es?
Mein erstes Tattoo ist ein Schriftzug auf dem Bauch. Das habe ich mit 18 machen lassen. 
[[MORE]]Was macht einen guten Tätowierer aus? Sollte er z. B. auch gut zeichnen können, oder ist das nicht unbedingt notwendig?
Ein guter Tätowierer ist für mich definitiv auch ein guter Zeichner. Zwar kann man auch technisch ein gutes Tattoo machen, ohne zeichnen zu können, aber dann ist das Motiv mit Sicherheit geklaut oder abgepaust, was nicht sehr individuell ist. Für mich sind die zeichnerische Kreativität und die Technik in diesem Beruf untrennbar. Man muss auch fähig sein, in die Zukunft zu blicken, da die Haut immer arbeitet und die Tattoos sich verändern. Damit Künstler und Kunde lange was davon haben, sollte man so zeichnen können, dass es sich auch als Tattoo-Motiv eignet, d. h. klare Linien, reduziert und trotzdem ausdrucksstark.
Wie lange tätowierst du schon? Wie waren für dich die Anfänge? Hat man nicht tierische Angst, irgendwas zu versauen? Immerhin sticht man da jemandem etwas in die Haut, das in der Regel für immer bleibt.
Es war am Anfang sehr schwer, da kaum jemand bereit war mir weiterzuhelfen, was Material und Wissen angeht. Dementsprechend musste ich es alleine lernen. Ich habe so lange meine eigenen Beine tätowiert, bis die Arbeiten okay aussahen. Als Nächstes haben sich dann gute Freunde bereit erklärt, die Beine hinzuhalten. Angst hab ich manchmal immer noch, gerade bei Porträts, aber nach dem ersten Stich merke ich, dass sich das viele Zeichnen auszahlt und die Nervosität verfliegt. Mittlerweile arbeite ich bei Golden Wheel Tattoo in Friedrichshain mit meinen Kollegen Dirk, Oli, Sarah (Madmagz) und Flo Krämer. Es ist wirklich eine ganz entspannte Atmosphäre, fast wie im Wohnzimmer, also nicht gerade das Klischee von böser Rockerbude, haha …
Gibt es bestimmte Motive, die du besonders gern tätowierst, oder welche, die du nicht machen würdest?
Am liebsten tätowiere ich Old School, das ist definitiv die haltbarste Stilrichtung, was durch Jahrzehnte lange Tradition bewiesen ist. Meine Schwäche ist z. B. Biomechanik, weil es mir nicht so gefällt und ich mich damit dementsprechend nicht beschäftige. Dann schicke ich die Kunden zu guten Studios, die in dieser Richtung Erfahrung haben. Was ich jedoch komplett ablehne, sind Tattoos, die zu klein sind oder keine schwarzen Linien haben, da diese nach 5-10 Jahren aussehen werden wie Hämatome. Ich denke, so viel Verantwortung sollte man als Tätowierer übernehmen.
Foto: Alia

      Tumblr-User im Blickpunkt: Alia von Spaceface Tattoo

      Wie ihr euch vielleicht erinnert, haben wir in unserer Interview-Reihe vor ein paar Monaten bereits einen Tätowierer vorgestellt. Gleichzeitig haben wir fast dieselben Fragen Alia (28, rechts im Bild) gestellt, die ebenfalls tätowiert und zudem Gitarristin/Sängerin in einer Rockband ist. Interessant ist dabei, wie die Meinungen der Befragten in manchen Punkten auseinandergehen.

      Wann hast du dein erstes Tattoo bekommen und was war es?

      Mein erstes Tattoo ist ein Schriftzug auf dem Bauch. Das habe ich mit 18 machen lassen. 

      Was macht einen guten Tätowierer aus? Sollte er z. B. auch gut zeichnen können, oder ist das nicht unbedingt notwendig?

      Ein guter Tätowierer ist für mich definitiv auch ein guter Zeichner. Zwar kann man auch technisch ein gutes Tattoo machen, ohne zeichnen zu können, aber dann ist das Motiv mit Sicherheit geklaut oder abgepaust, was nicht sehr individuell ist. Für mich sind die zeichnerische Kreativität und die Technik in diesem Beruf untrennbar. Man muss auch fähig sein, in die Zukunft zu blicken, da die Haut immer arbeitet und die Tattoos sich verändern. Damit Künstler und Kunde lange was davon haben, sollte man so zeichnen können, dass es sich auch als Tattoo-Motiv eignet, d. h. klare Linien, reduziert und trotzdem ausdrucksstark.

      Wie lange tätowierst du schon? Wie waren für dich die Anfänge? Hat man nicht tierische Angst, irgendwas zu versauen? Immerhin sticht man da jemandem etwas in die Haut, das in der Regel für immer bleibt.

      Es war am Anfang sehr schwer, da kaum jemand bereit war mir weiterzuhelfen, was Material und Wissen angeht. Dementsprechend musste ich es alleine lernen. Ich habe so lange meine eigenen Beine tätowiert, bis die Arbeiten okay aussahen. Als Nächstes haben sich dann gute Freunde bereit erklärt, die Beine hinzuhalten. Angst hab ich manchmal immer noch, gerade bei Porträts, aber nach dem ersten Stich merke ich, dass sich das viele Zeichnen auszahlt und die Nervosität verfliegt. Mittlerweile arbeite ich bei Golden Wheel Tattoo in Friedrichshain mit meinen Kollegen Dirk, Oli, Sarah (Madmagz) und Flo Krämer. Es ist wirklich eine ganz entspannte Atmosphäre, fast wie im Wohnzimmer, also nicht gerade das Klischee von böser Rockerbude, haha …

      Gibt es bestimmte Motive, die du besonders gern tätowierst, oder welche, die du nicht machen würdest?

      Am liebsten tätowiere ich Old School, das ist definitiv die haltbarste Stilrichtung, was durch Jahrzehnte lange Tradition bewiesen ist. Meine Schwäche ist z. B. Biomechanik, weil es mir nicht so gefällt und ich mich damit dementsprechend nicht beschäftige. Dann schicke ich die Kunden zu guten Studios, die in dieser Richtung Erfahrung haben. Was ich jedoch komplett ablehne, sind Tattoos, die zu klein sind oder keine schwarzen Linien haben, da diese nach 5-10 Jahren aussehen werden wie Hämatome. Ich denke, so viel Verantwortung sollte man als Tätowierer übernehmen.

      Foto: Alia