• Tumblr-User im Blickpunkt: Nick von Bläckfisk Tattoo
Heute möchten wir in unserer beliebten Rubrik das Tattoo-Studio Bläckfisk Tattoo Co. aus Berlin-Kreuzberg vorstellen. Das Team besteht aus Daniel Gensch, Sara Coldhouser, Katze, Dick Verdammt und dem Chef Nick Kater, der uns Rede und Antwort stand.
Nick, wann hast du dein erstes Tattoo bekommen und was war es?
Die ersten Piekereien habe ich an mir selber als Teenie vorgenommen – zuerst mit einer Nadel, um die ich einen Faden gewickelt habe, dann mit einer „Maschine“, die ich aus einem Akku-Rasierer, einer Gabel, einem Kugelschreiber, Duct Tape und einer Gitarrensaite gebastelt habe! Die war praktisch, weil man damit unabhängig von Steckdosen agieren konnte. Natürlich alles schön unprofessionell und alles andere als steril!
 Was macht einen guten Tätowierer aus? Sollte er z.B. auch gut zeichnen können, oder ist das nicht unbedingt notwendig?
Tätowieren ist ja ein weit gefächerter Bereich, da gibt es Künstler und Handwerker, und auch unter denen gibt es große Unterschiede! Jemand, der ein vorgefertigtes Flash sauber und brillant unter die Haut bringt, ist vielleicht ein besserer Tätowierer als ein junger Rembrandt, der mit der Nadel keine gerade Linie hinkriegt. Ein gewisses Talent sollte man natürlich voraussetzen, alles Weitere ist die subjektive Meinung jedes Einzelnen.
 Wie lange tätowierst du schon? Wie sahen deine Anfänge aus?
Ich habe vor vier Jahren angefangen, wobei ich das erste Jahr nicht wirklich dazuzählen würde. Damals habe ich mit Motiven angefangen, die wackelig und „scratchy“ sein durften, es gab viel Trial and Error, und ich war für jeden Tipp dankbar. Mittlerweile habe ich auch ein paar meiner Anfänge übertätowiert oder aufpoliert. Ich bin gespannt, was in den nächsten Jahren noch kommt. Tätowieren ist ja ein stetiges Weiterentwickeln, und man ist eigentlich nie am Ziel! 
Gibt es bestimmte Motive, die du besonders gern tätowierst? Kommt es schon mal vor, dass jemand ein Motiv mitbringt und du sagst, du machst es nicht, weil du dir nicht sicher bist, ob du es gut hinkriegen würdest?
Prinzipiell sind das die Motive, bei denen man mir freie Hand lässt und auf die ich Lust habe! Wenn ich mich tätowieren lasse, komme ich auch immer mit einer Idee und lasse dem Tätowierer für das Motiv freie Hand. Vielleicht bespreche ich die eine oder andere Sache mit ihm, aber ich rede ihm nicht in sein Handwerk und gebe ihm mein volles Vertrauen. Nur so kann meiner Meinung nach etwas wirklich Gutes dabei rauskommen!
Wenn der Tätowierer keine Lust auf etwas hat, dann wird das meistens auch kein gutes Tattoo. Deshalb sage ich durchaus manchmal, dass ich etwas nicht mache! Manchmal ist aber auch echt Blödsinn dabei, wo man genau weiß, dass die Person damit nicht ewig glücklich sein wird. Da muss man sich dann beraten, das gehört auch zum Job, und oft kommt dabei was raus, womit der/ die Kund/in richtig glücklich wird!
Kann man in Berlin gut vom Tätowieren leben?
Ich kenne Leute, die werden damit reich oder sind es schon geworden, und andere, die eben nur so viel machen, dass sie über die Runden kommen. Im Endeffekt sollte man diesen Job aber aus Liebe und Hingabe mit Demut und Respekt ausüben und nicht des Geldes wegen, da gibt es lukrativere Berufe, in denen man für mehr Kohle weniger können muss! Das Schöne am Tätowieren ist, dass man relativ frei ist! Das ganze Equipment, das man braucht, passt in einen Koffer, die Sprache der Tattoos ist universell verständlich und man kann überall in der Welt arbeiten. Berlin bietet einem dafür eine gute Basis mit seiner Offenheit für Kunst und Kultur, und wir haben oft Gasttätowierer aus aller Welt, die immer wieder gerne zu uns kommen und sich hier sehr wohl fühlen!
Foto: Nick

      Tumblr-User im Blickpunkt: Nick von Bläckfisk Tattoo

      Heute möchten wir in unserer beliebten Rubrik das Tattoo-Studio Bläckfisk Tattoo Co. aus Berlin-Kreuzberg vorstellen. Das Team besteht aus Daniel Gensch, Sara Coldhouser, Katze, Dick Verdammt und dem Chef Nick Kater, der uns Rede und Antwort stand.

      Nick, wann hast du dein erstes Tattoo bekommen und was war es?

      Die ersten Piekereien habe ich an mir selber als Teenie vorgenommen – zuerst mit einer Nadel, um die ich einen Faden gewickelt habe, dann mit einer „Maschine“, die ich aus einem Akku-Rasierer, einer Gabel, einem Kugelschreiber, Duct Tape und einer Gitarrensaite gebastelt habe! Die war praktisch, weil man damit unabhängig von Steckdosen agieren konnte. Natürlich alles schön unprofessionell und alles andere als steril!

      Was macht einen guten Tätowierer aus? Sollte er z.B. auch gut zeichnen können, oder ist das nicht unbedingt notwendig?

      Tätowieren ist ja ein weit gefächerter Bereich, da gibt es Künstler und Handwerker, und auch unter denen gibt es große Unterschiede! Jemand, der ein vorgefertigtes Flash sauber und brillant unter die Haut bringt, ist vielleicht ein besserer Tätowierer als ein junger Rembrandt, der mit der Nadel keine gerade Linie hinkriegt. Ein gewisses Talent sollte man natürlich voraussetzen, alles Weitere ist die subjektive Meinung jedes Einzelnen.

      Wie lange tätowierst du schon? Wie sahen deine Anfänge aus?

      Ich habe vor vier Jahren angefangen, wobei ich das erste Jahr nicht wirklich dazuzählen würde. Damals habe ich mit Motiven angefangen, die wackelig und „scratchy“ sein durften, es gab viel Trial and Error, und ich war für jeden Tipp dankbar. Mittlerweile habe ich auch ein paar meiner Anfänge übertätowiert oder aufpoliert. Ich bin gespannt, was in den nächsten Jahren noch kommt. Tätowieren ist ja ein stetiges Weiterentwickeln, und man ist eigentlich nie am Ziel!

      Gibt es bestimmte Motive, die du besonders gern tätowierst? Kommt es schon mal vor, dass jemand ein Motiv mitbringt und du sagst, du machst es nicht, weil du dir nicht sicher bist, ob du es gut hinkriegen würdest?

      Prinzipiell sind das die Motive, bei denen man mir freie Hand lässt und auf die ich Lust habe! Wenn ich mich tätowieren lasse, komme ich auch immer mit einer Idee und lasse dem Tätowierer für das Motiv freie Hand. Vielleicht bespreche ich die eine oder andere Sache mit ihm, aber ich rede ihm nicht in sein Handwerk und gebe ihm mein volles Vertrauen. Nur so kann meiner Meinung nach etwas wirklich Gutes dabei rauskommen!

      Wenn der Tätowierer keine Lust auf etwas hat, dann wird das meistens auch kein gutes Tattoo. Deshalb sage ich durchaus manchmal, dass ich etwas nicht mache! Manchmal ist aber auch echt Blödsinn dabei, wo man genau weiß, dass die Person damit nicht ewig glücklich sein wird. Da muss man sich dann beraten, das gehört auch zum Job, und oft kommt dabei was raus, womit der/ die Kund/in richtig glücklich wird!

      Kann man in Berlin gut vom Tätowieren leben?

      Ich kenne Leute, die werden damit reich oder sind es schon geworden, und andere, die eben nur so viel machen, dass sie über die Runden kommen. Im Endeffekt sollte man diesen Job aber aus Liebe und Hingabe mit Demut und Respekt ausüben und nicht des Geldes wegen, da gibt es lukrativere Berufe, in denen man für mehr Kohle weniger können muss! Das Schöne am Tätowieren ist, dass man relativ frei ist! Das ganze Equipment, das man braucht, passt in einen Koffer, die Sprache der Tattoos ist universell verständlich und man kann überall in der Welt arbeiten. Berlin bietet einem dafür eine gute Basis mit seiner Offenheit für Kunst und Kultur, und wir haben oft Gasttätowierer aus aller Welt, die immer wieder gerne zu uns kommen und sich hier sehr wohl fühlen!

      Foto: Nick