• Tumblr-User im Blickpunkt: Michael von Berlin in den 90ern
Heute möchten wir euch Michael Lange vorstellen, der in Niedersachsen aufgewachsen ist und 1994 nach Berlin zog, um Publizistik- und Kommunikationswissenchaft zu studieren. In seinem Blog stellt er Fotografien aus, die er hauptsächlich zwischen 1991 und 2002 in den östlichen Teilen Berlins geschossen hat. Viele dieser Orte sind inzwischen verschwunden oder nur noch ansatzweise erkennbar, was diese Zeitreise in Bildern umso spannender macht. Heute arbeitet Michael als wissenschaftlicher Mitarbeiter, interessiert sich für Architektur und Städtebau, fotografiert und zeichnet Illustrationen.
Wie kam es eigentlich zu den Brachflächen im Osten Berlins? Gab es eine Art Massenflucht der Ostberliner nach der Wende?
Viele Brachen waren noch Kriegszerstörungen. Aber es wurde auch nach dem Krieg sehr viel abgerissen – auch in Westberlin. Nach der Wende standen dann zahllose Gebäude leer, weil die Betriebe nicht mehr konkurrenzfähig waren und schließen mussten. Etliche Leute sind in den Westen gegangen oder waren schon kurz vor dem Mauerfall geflohen. Deshalb gab es in Ostberlin plötzlich viele verlassene Wohnungen. Offenbar kam es gar nicht selten vor, dass Leute diese Wohnungen einfach geöffnet haben und eingezogen sind. 
In den beinahe verlassenen Bezirken passierten aufgrund der Ausnahmesituation viele spannende Sachen. Hast du damals nur fotografiert, oder warst du auch Teil irgendeiner Szene und hast diese Möglichkeiten quasi selbst mitgenutzt/mitgestaltet?
Nach meinem Umzug nach Berlin bin ich viel im Nachtleben unterwegs gewesen. Da es überall verwaiste Räume gab, entwickelte sich eine vielfältige Clubszene. Spannend fand ich, dass immer wieder neue kleine Clubs öffneten, meist improvisiert und temporär und mitten in der Stadt – also dort, wo heute Büros und Geschäfte sind. Viele Läden gab es zum Beispiel rund um den Hackeschen Markt. So etwas ist dort heute gar nicht mehr denkbar.
Hattest du damals schon das Gefühl, dass deine Fotos irgendwann einen historischen Wert haben würden und du sie in irgendeiner Form veröffentlichen würdest?
An eine Veröffentlichung habe ich überhaupt nicht gedacht. Aber als überall die Baustellen aus dem Boden schossen und immer mehr Häuser saniert wurden, war absehbar, dass sich das Gesicht der Stadt deutlich ändern würde. Die spezielle Übergangszeit wollte ich festhalten. Da ich mich sehr für Architektur interessiere, war ich auch neugierig auf das, was entstehen würde.
Wenn du dir Gesamtberlin damals und heute anguckst (in den westlichen Bezirken hat sich ja auch einiges verändert), welche Vorzüge hatte die Stadt damals und was gefällt dir heute besser?
Auf jeden Fall war das Jahrzehnt nach der Wende eine besondere Zeit des Übergangs und ist mit heute nur schwer vergleichbar. Das zerrüttete Stadtbild war sehr faszinierend, aber es macht keinen Sinn, dem nachzutrauern. Leider ist die Architektur der Nachwendezeit nicht sehr inspirierend und es mach keinen Spaß zu sehen, womit die Lücken gefüllt wurden. Auf den Straßen ging es für eine Stadt dieser Größe bemerkenswert ruhig zu, was seinen Charme hatte. Heute ist alles unglaublich viel belebter und internationaler, was ich durchaus als Gewinn betrachte. Rückblickend war die damalige Beschaulichkeit eher provinziell. Interessanterweise ist die Stadt immer noch sehr in Bewegung, was man ja gerade auch an der Renaissance des Westens beobachten kann. Gerade mit dem Berlin-Hype der letzten Jahre hat sich vieles verändert. Aber je mehr die Stadt boomt, desto mehr gehen auch die Nischen verloren und desto höher wird der kommerzielle Druck. Es wäre schön, wenn Berlin sich etwas vom Charakter des Unfertigen und Provisorischen bewahren könnte.
Foto:  Michael Lange

      Tumblr-User im Blickpunkt: Michael von Berlin in den 90ern

      Heute möchten wir euch Michael Lange vorstellen, der in Niedersachsen aufgewachsen ist und 1994 nach Berlin zog, um Publizistik- und Kommunikationswissenchaft zu studieren. In seinem Blog stellt er Fotografien aus, die er hauptsächlich zwischen 1991 und 2002 in den östlichen Teilen Berlins geschossen hat. Viele dieser Orte sind inzwischen verschwunden oder nur noch ansatzweise erkennbar, was diese Zeitreise in Bildern umso spannender macht. Heute arbeitet Michael als wissenschaftlicher Mitarbeiter, interessiert sich für Architektur und Städtebau, fotografiert und zeichnet Illustrationen.

      Wie kam es eigentlich zu den Brachflächen im Osten Berlins? Gab es eine Art Massenflucht der Ostberliner nach der Wende?

      Viele Brachen waren noch Kriegszerstörungen. Aber es wurde auch nach dem Krieg sehr viel abgerissen – auch in Westberlin. Nach der Wende standen dann zahllose Gebäude leer, weil die Betriebe nicht mehr konkurrenzfähig waren und schließen mussten. Etliche Leute sind in den Westen gegangen oder waren schon kurz vor dem Mauerfall geflohen. Deshalb gab es in Ostberlin plötzlich viele verlassene Wohnungen. Offenbar kam es gar nicht selten vor, dass Leute diese Wohnungen einfach geöffnet haben und eingezogen sind. 

      In den beinahe verlassenen Bezirken passierten aufgrund der Ausnahmesituation viele spannende Sachen. Hast du damals nur fotografiert, oder warst du auch Teil irgendeiner Szene und hast diese Möglichkeiten quasi selbst mitgenutzt/mitgestaltet?

      Nach meinem Umzug nach Berlin bin ich viel im Nachtleben unterwegs gewesen. Da es überall verwaiste Räume gab, entwickelte sich eine vielfältige Clubszene. Spannend fand ich, dass immer wieder neue kleine Clubs öffneten, meist improvisiert und temporär und mitten in der Stadt – also dort, wo heute Büros und Geschäfte sind. Viele Läden gab es zum Beispiel rund um den Hackeschen Markt. So etwas ist dort heute gar nicht mehr denkbar.

      Hattest du damals schon das Gefühl, dass deine Fotos irgendwann einen historischen Wert haben würden und du sie in irgendeiner Form veröffentlichen würdest?

      An eine Veröffentlichung habe ich überhaupt nicht gedacht. Aber als überall die Baustellen aus dem Boden schossen und immer mehr Häuser saniert wurden, war absehbar, dass sich das Gesicht der Stadt deutlich ändern würde. Die spezielle Übergangszeit wollte ich festhalten. Da ich mich sehr für Architektur interessiere, war ich auch neugierig auf das, was entstehen würde.

      Wenn du dir Gesamtberlin damals und heute anguckst (in den westlichen Bezirken hat sich ja auch einiges verändert), welche Vorzüge hatte die Stadt damals und was gefällt dir heute besser?

      Auf jeden Fall war das Jahrzehnt nach der Wende eine besondere Zeit des Übergangs und ist mit heute nur schwer vergleichbar. Das zerrüttete Stadtbild war sehr faszinierend, aber es macht keinen Sinn, dem nachzutrauern. Leider ist die Architektur der Nachwendezeit nicht sehr inspirierend und es mach keinen Spaß zu sehen, womit die Lücken gefüllt wurden. Auf den Straßen ging es für eine Stadt dieser Größe bemerkenswert ruhig zu, was seinen Charme hatte. Heute ist alles unglaublich viel belebter und internationaler, was ich durchaus als Gewinn betrachte. Rückblickend war die damalige Beschaulichkeit eher provinziell. Interessanterweise ist die Stadt immer noch sehr in Bewegung, was man ja gerade auch an der Renaissance des Westens beobachten kann. Gerade mit dem Berlin-Hype der letzten Jahre hat sich vieles verändert. Aber je mehr die Stadt boomt, desto mehr gehen auch die Nischen verloren und desto höher wird der kommerzielle Druck. Es wäre schön, wenn Berlin sich etwas vom Charakter des Unfertigen und Provisorischen bewahren könnte.

      Foto:  Michael Lange

    • Tumblr-Blog im Blickpunkt: RUN ZRH
Für unser heutiges Interview-Feature stand uns das Team vom noch recht jungen, aber schon sehr erfolgreichen Schweizer Modelabel RUN ZRH Rede und Antwort.
Wer steckt hinter eurem Label und wie seid ihr auf die Idee mit RUN ZRH gekommen? Den Schriftzug von RUN DMC sieht man ja in den letzten Jahren ständig in abgewandelter Form auf Shirts. Kommt ihr selbst aus der Hip-Hop-Ecke?
Hinter RUN ZRH steckt Samora Bazzarubusa (im Bild), in Zürich und der Schweiz besser bekannt als Rapper Samurai oder auch Sam Oibel von Oibel Troibel. Hier und in der übrigen Welt kennt man ihn auch als Künstler Oibel1. Zusammen mit einem Partner wurde das Label 2013 entworfen und gelaunched. Auch dieser hat mehr als zehn Jahre Geschichte in der Hip-Hop-Ecke hinter sich.  Die Idee hinter dem Label ist, den vielen aktiven Menschen, sei es aus dem Bereich Hip-Hop, Musik, Nightlife, Gastronomie oder Sport, einen gemeinsamen Nenner zu geben. Wir denken nicht in Schubladen und spreaden gerne love. Inspiriert wurden wir zu der Logoidee durch unsere vielen Reisen. 
Wer kauft eure Produkte hauptsächlich? Habt ihr noch andere Dinge außer Shirts im Angebot bzw. plant ihr weitere Artikel einzuführen?
Wir haben ein starkes Vertriebsnetz in der Stadt Zürich, du kannst unsere Shirts sowohl in der Bahnhofstrasse, „dem teuersten Pflaster in der ganzen Schweiz“, wie auch im Niederdorf kaufen. Dazu gibt es die Shirts natürlich auch online unter www.runzrh.ch oder bei www.urbanpeople.com .
Unsere Shirts werden sowohl von 14-jährigen wie auch von 50-jährigen gekauft und getragen, sei es von Bankern, Schülern,  Fabrikarbeitern oder auch DJs. Wie schon erwähnt, wir haben keine Scheuklappen und mögen diese auch nicht sonderlich. Klar kommen wir aus der Hip-Hop-Ecke, aber auch ein Banker kann für uns Hip-Hop sein, zumindest in der Schweiz… Wenn z. B. eine lokale Hardcore-Band wie Vale Tudo unser Shirt auf ihrer Tour in Marokko representet oder der Veranstalter des Future Sound Festivals , wo es um Electro & Bass-Line geht, in Zürich beim Event unser T-Shirt anhat, feiern wir das umso mehr. 
Trinidad James wurde übrigens auch schon im Shirt gesichtet und von keinem geringeren wie mistercap aka Wiz Khalifa fotografiert, welcher das Foto auch postete!
Neben den ersten beiden Frühjahrskollektionen mit T-Shirts und Tanktops und diversen Hoodies und Sweaters  für den Winter haben wir auch schon Kollabo-Shirts veröffentlicht, z. B.  mit der DJ-Agentur Gushi aus Zürich. In Zukunft wird es sicher noch einige neue Produkte geben.
Wenn ich zum ersten Mal nach Zürich komme, was sollte ich mir unbedingt ansehen? Und was sind deine Geheimtipps, die nicht unbedingt in jedem Reiseführer stehen?
Kein Geheimtipp ist sicher der Zürichsee. Uns gefällt die Aussicht vom Käferberg auf die Stadt, auch wenn in jedem Reiseführer fast nur vom Üetliberg geschrieben wird. Als Alternative zur den Bars in der Langstrasse, die in den letzten Jahren abends immer voller wird, gehen wir auch gerne im Dörfli z. B. ins Grande oder in die duDa Bar im Cabaret Voltaire.
Foto: RUN ZRH

      Tumblr-Blog im Blickpunkt: RUN ZRH

      Für unser heutiges Interview-Feature stand uns das Team vom noch recht jungen, aber schon sehr erfolgreichen Schweizer Modelabel RUN ZRH Rede und Antwort.

      Wer steckt hinter eurem Label und wie seid ihr auf die Idee mit RUN ZRH gekommen? Den Schriftzug von RUN DMC sieht man ja in den letzten Jahren ständig in abgewandelter Form auf Shirts. Kommt ihr selbst aus der Hip-Hop-Ecke?

      Hinter RUN ZRH steckt Samora Bazzarubusa (im Bild), in Zürich und der Schweiz besser bekannt als Rapper Samurai oder auch Sam Oibel von Oibel Troibel. Hier und in der übrigen Welt kennt man ihn auch als Künstler Oibel1.
      Zusammen mit einem Partner wurde das Label 2013 entworfen und gelaunched. Auch dieser hat mehr als zehn Jahre Geschichte in der Hip-Hop-Ecke hinter sich.
      Die Idee hinter dem Label ist, den vielen aktiven Menschen, sei es aus dem Bereich Hip-Hop, Musik, Nightlife, Gastronomie oder Sport, einen gemeinsamen Nenner zu geben. Wir denken nicht in Schubladen und spreaden gerne love. Inspiriert wurden wir zu der Logoidee durch unsere vielen Reisen. 

      Wer kauft eure Produkte hauptsächlich? Habt ihr noch andere Dinge außer Shirts im Angebot bzw. plant ihr weitere Artikel einzuführen?

      Wir haben ein starkes Vertriebsnetz in der Stadt Zürich, du kannst unsere Shirts sowohl in der Bahnhofstrasse, „dem teuersten Pflaster in der ganzen Schweiz“, wie auch im Niederdorf kaufen. Dazu gibt es die Shirts natürlich auch online unter www.runzrh.ch oder bei www.urbanpeople.com .

      Unsere Shirts werden sowohl von 14-jährigen wie auch von 50-jährigen gekauft und getragen, sei es von Bankern, Schülern,  Fabrikarbeitern oder auch DJs. Wie schon erwähnt, wir haben keine Scheuklappen und mögen diese auch nicht sonderlich. Klar kommen wir aus der Hip-Hop-Ecke, aber auch ein Banker kann für uns Hip-Hop sein, zumindest in der Schweiz… Wenn z. B. eine lokale Hardcore-Band wie Vale Tudo unser Shirt auf ihrer Tour in Marokko representet oder der Veranstalter des Future Sound Festivals , wo es um Electro & Bass-Line geht, in Zürich beim Event unser T-Shirt anhat, feiern wir das umso mehr.

      Trinidad James wurde übrigens auch schon im Shirt gesichtet und von keinem geringeren wie mistercap aka Wiz Khalifa fotografiert, welcher das Foto auch postete!

      Neben den ersten beiden Frühjahrskollektionen mit T-Shirts und Tanktops und diversen Hoodies und Sweaters  für den Winter haben wir auch schon Kollabo-Shirts veröffentlicht, z. B.  mit der DJ-Agentur Gushi aus Zürich. In Zukunft wird es sicher noch einige neue Produkte geben.

      Wenn ich zum ersten Mal nach Zürich komme, was sollte ich mir unbedingt ansehen? Und was sind deine Geheimtipps, die nicht unbedingt in jedem Reiseführer stehen?

      Kein Geheimtipp ist sicher der Zürichsee. Uns gefällt die Aussicht vom Käferberg auf die Stadt, auch wenn in jedem Reiseführer fast nur vom Üetliberg geschrieben wird. Als Alternative zur den Bars in der Langstrasse, die in den letzten Jahren abends immer voller wird, gehen wir auch gerne im Dörfli z. B. ins Grande oder in die duDa Bar im Cabaret Voltaire.

      Foto: RUN ZRH