• Tumblr-User im Blickpunkt: Svea (links) und Lisa (rechts) von Tintenfäßchen
Die Freundinnen Svea und Lisa, beide 23, studieren Literatur, und eben diesem Thema haben sie ihr Blog Tintenfäßchen gewidmet. Für unser Interview-Feature standen sie uns Rede und Antwort.
Wenn ihr an eure Kindheit zurückdenkt, was hat damals eure Liebe zum Lesen geweckt? 
Lisa: So genau kann ich das gar nicht sagen. Ich liebe Bücher, seit ich denken kann. Meine Eltern haben meiner Schwester und mir immer vorgelesen. Ich schätze, von da aus hat es sich einfach entwickelt. Mein erstes Lieblingsbuch war, so weit ich mich erinnern kann, “Wir Kinder aus Bullerbü" von Astrid Lindgren.
Svea: Auch bei mir haben meine Eltern meine Liebe zu den Büchern maßgeblich geprägt. Sie haben mir und meinen Geschwistern früher gerne und viel vorgelesen. Zu meinen Lieblingsautoren zählten Michael Ende und Michael Bond.
 Ihr studiert ja beide Literatur. Ist ein begeisterter Leser automatisch auch jemand, der gern Literatur studieren wird? Wisst ihr schon, was ihr gern beruflich machen würdet?
Ein begeisterter Leser ist unserer Meinung nach nicht automatisch ein begeisterter Literaturstudent. Nicht jeder, der gerne Geschichten liest, hat auch Spaß/Interesse daran, sich danach anhand einer wissenschaftlichen Fragestellung weiter mit dem Text auseinanderzusetzen. Gerade das ist es aber, was wir im Studium machen. Uns macht das Spaß. Meistens jedenfalls. 
Wir hoffen beide, dass wir nach dem Studium in irgendeiner Form mit Büchern arbeiten können, sei es jetzt wirklich später in einem Buchverlag oder doch in einem anderen Bereich.
 Ihr beschäftigt euch ja auch mit Buchverfilmungen. Was sind jeweils eure liebsten Verfilmungen, und welche findet ihr besonders misslungen?
Lisa: Nach langem Überlegen (es gibt so viele gute Verfilmungen) bin ich zu dem Schluss gekommen, dass der Film “Emma" (1996) mit Gwyneth Paltrow meine liebste Buchverfilmung ist. Der Film erfasst genau das Gefühl des Romans, ist toll besetzt und hat einen wunderschönen Soundtrack. Außerdem hat er mich dazu gebracht, die Bücher von Jane Austen zu lesen, die dann zu einer meiner Lieblingsautorinnen geworden ist.
Ziemlich mies fand ich die Verfilmung von “Die drei Musketiere” (2011), die angeblich auf Alexandre Dumas’ Roman beruhen soll. Allerdings sehe ich eher wenige Gemeinsamkeiten abgesehen von den Namen der Charaktere. Ich habe ja nichts gegen freie Adaptionen; aber wenn ich mir “Die drei Musketiere” anschaue, will ich keinen 08/15-Actionfilm mit Explosionen und fliegenden Piratenschiffen sehen.
Svea: “Der große Gatsby” mit Leonardo DiCaprio ist meiner Meinung nach eine gelungene Buchverfilmung, um noch eine aktuelle Adaption zu nennen. Tolle Besetzung, tolle Kostüme und alles mit maßvoll abgestimmten modernen Elementen. Besonders enttäuscht war ich von “Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht”, Teil 2. Davon mal abgesehen, dass ich das Buch auch nicht besonders gut fand, haben die Macher es bei diesem Film echt auf die Spitze getrieben. Wer kam auf die brillante Idee das Kind von Edward und Bella als Computeranimation darzustellen? Das sah ja schlimmer aus als Chuckys Baby :-). Spätestens ab der Szene konnte ich den Film nicht mehr ernst nehmen.
Verwendet ihr auch E-Reader, oder habt ihr grundsätzlich lieber “das richtige Ding” in der Hand?
Wir haben beide einen Kindle und lieben ihn. Für uns sind E-Reader eine nützliche und praktische Ergänzung zu Büchern. Natürlich sind Bücher etwas Besonderes. Bei Büchern verbinden sich der Gegenstand, die Geschichte und der Moment, in dem man das Buch liest, auf eine Weise wie es bei E-Readern einfach nicht möglich ist. Deshalb können E-Reader Bücher auch niemals vollkommen ersetzen. Aber ergänzen können sie sie schon, denn: “Books are wonderful things, but they’re not as good as reading” (Alastair Horne, Society of Young Publishers) und das kann man auch mit E-Readern.
Foto: Svea 

      Tumblr-User im Blickpunkt: Svea (links) und Lisa (rechts) von Tintenfäßchen

      Die Freundinnen Svea und Lisa, beide 23, studieren Literatur, und eben diesem Thema haben sie ihr Blog Tintenfäßchen gewidmet. Für unser Interview-Feature standen sie uns Rede und Antwort.

      Wenn ihr an eure Kindheit zurückdenkt, was hat damals eure Liebe zum Lesen geweckt? 

      Lisa: So genau kann ich das gar nicht sagen. Ich liebe Bücher, seit ich denken kann. Meine Eltern haben meiner Schwester und mir immer vorgelesen. Ich schätze, von da aus hat es sich einfach entwickelt. Mein erstes Lieblingsbuch war, so weit ich mich erinnern kann, “Wir Kinder aus Bullerbüvon Astrid Lindgren.

      Svea: Auch bei mir haben meine Eltern meine Liebe zu den Büchern maßgeblich geprägt. Sie haben mir und meinen Geschwistern früher gerne und viel vorgelesen. Zu meinen Lieblingsautoren zählten Michael Ende und Michael Bond.

      Ihr studiert ja beide Literatur. Ist ein begeisterter Leser automatisch auch jemand, der gern Literatur studieren wird? Wisst ihr schon, was ihr gern beruflich machen würdet?

      Ein begeisterter Leser ist unserer Meinung nach nicht automatisch ein begeisterter Literaturstudent. Nicht jeder, der gerne Geschichten liest, hat auch Spaß/Interesse daran, sich danach anhand einer wissenschaftlichen Fragestellung weiter mit dem Text auseinanderzusetzen. Gerade das ist es aber, was wir im Studium machen. Uns macht das Spaß. Meistens jedenfalls. 

      Wir hoffen beide, dass wir nach dem Studium in irgendeiner Form mit Büchern arbeiten können, sei es jetzt wirklich später in einem Buchverlag oder doch in einem anderen Bereich.

      Ihr beschäftigt euch ja auch mit Buchverfilmungen. Was sind jeweils eure liebsten Verfilmungen, und welche findet ihr besonders misslungen?

      Lisa: Nach langem Überlegen (es gibt so viele gute Verfilmungen) bin ich zu dem Schluss gekommen, dass der Film “Emma(1996) mit Gwyneth Paltrow meine liebste Buchverfilmung ist. Der Film erfasst genau das Gefühl des Romans, ist toll besetzt und hat einen wunderschönen Soundtrack. Außerdem hat er mich dazu gebracht, die Bücher von Jane Austen zu lesen, die dann zu einer meiner Lieblingsautorinnen geworden ist.

      Ziemlich mies fand ich die Verfilmung von “Die drei Musketiere (2011), die angeblich auf Alexandre Dumas’ Roman beruhen soll. Allerdings sehe ich eher wenige Gemeinsamkeiten abgesehen von den Namen der Charaktere. Ich habe ja nichts gegen freie Adaptionen; aber wenn ich mir “Die drei Musketiere” anschaue, will ich keinen 08/15-Actionfilm mit Explosionen und fliegenden Piratenschiffen sehen.

      Svea: “Der große Gatsby mit Leonardo DiCaprio ist meiner Meinung nach eine gelungene Buchverfilmung, um noch eine aktuelle Adaption zu nennen. Tolle Besetzung, tolle Kostüme und alles mit maßvoll abgestimmten modernen Elementen. Besonders enttäuscht war ich von “Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht”, Teil 2. Davon mal abgesehen, dass ich das Buch auch nicht besonders gut fand, haben die Macher es bei diesem Film echt auf die Spitze getrieben. Wer kam auf die brillante Idee das Kind von Edward und Bella als Computeranimation darzustellen? Das sah ja schlimmer aus als Chuckys Baby :-). Spätestens ab der Szene konnte ich den Film nicht mehr ernst nehmen.

      Verwendet ihr auch E-Reader, oder habt ihr grundsätzlich lieber “das richtige Ding” in der Hand?

      Wir haben beide einen Kindle und lieben ihn. Für uns sind E-Reader eine nützliche und praktische Ergänzung zu Büchern. Natürlich sind Bücher etwas Besonderes. Bei Büchern verbinden sich der Gegenstand, die Geschichte und der Moment, in dem man das Buch liest, auf eine Weise wie es bei E-Readern einfach nicht möglich ist. Deshalb können E-Reader Bücher auch niemals vollkommen ersetzen. Aber ergänzen können sie sie schon, denn: “Books are wonderful things, but they’re not as good as reading” (Alastair Horne, Society of Young Publishers) und das kann man auch mit E-Readern.

      Foto: Svea 

    • Tumblr-User im Blickpunkt: Fiona und Moritz von Zeit–Raum
"Zeit–Raum. Ein zeitlich begrenzter Raum. Von hier bis da. Und nicht weiter. Zwischennutzung ist die Option für Subkultur in Stuttgart." 
Wir haben diese Woche mit Fiona und Moritz von Zeit–Raum über sterbende Clubs und  die Subkultur in Stuttgart gesprochen und darüber, wie sie diese Dinge dokumentieren.
Worum geht es bei eurem Blog Zeit–Raum?

Zeit–Raum ist ursprünglich im Rahmen des Stuttgarter Filmwinters 2014 mit dem Thema “What happened to Underground?” entstanden. Wir als Studenten des Kommunikationsdesigns an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart beschäftigen uns schon länger mit dem Thema des “Clubsterbens” und dem fehlenden Platz für Subkultur in unserer Stadt. Unser Blog ist ein Porträt der Orte in Stuttgart, an denen früher Subkultur existierte. Unsere kurzen Videos sollen eine Hommage an diese verschwundenen, aber nicht vergessenen Orte sein. Darüber hinaus soll das Projekt die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisieren. Wir wollen auch weiterhin in regelmäßigen Abständen nach solchen uns bisher noch nicht bekannten Orten suchen und hoffen weiterhin auf ein großes Interesse an unserem Tumblr-Blog.  

Warum sterben in Stuttgart die Clubs aus? Was könnte man dagegen tun?

Stuttgart ist eine Industriestadt. Das heißt Raum für Banken, Parkplätze, Einkaufszentren, eben alles was Konsum und Wirtschaft fördert, steht an erster Stelle. Da müssen kleinere Projekte, die nicht den Mainstream ansprechen und auch gar nicht dafür konzipiert sind, weichen. Wirtschaftliches Wachstum vor Charakter und Individualität sozusagen. Stuttgart an sich ist ja eine einzige Baustelle, da auch viele Lokalitäten wegen Bauprojekten wie zum Beispiel Stuttgart 21 abgerissen werden. Von daher gibt es häufig Orte, die die Möglichkeit der Zwischennutzung bieten. Schön und gut, immerhin gibt es so überhaupt eine Möglichkeit einen Platz in der Stadt für die Subkultur zu finden. Eine wirkliche Entwicklung oder zum Beispiel allein das Einladen größerer Acts ist unmöglich, wenn man zeitlich nicht ein wenig im voraus planen kann. Interessante und vor allem bezahlbare Räumlichkeiten auf längere Zeit gibt es hier leider so gut wie gar nicht.

Wie geht es für euch weiter? 

Ursprünglich war das Ganze nur als Filmmaterial gedacht, das im Rahmen des Stuttgarter Filmwinters als installative Arbeit und als Einspieler zwischen den Hauptfilmen laufen sollte. Während der Arbeit am Projekt wurde uns klar, dass dieses Projekt auf jeden Fall eine Internet-Präsenz braucht. Zum einen ist die Thematik ja nicht auf den Filmwinter 2014 mit dem Motto “What happened to Underground” begrenzt. Zum anderen ist es keine abgeschlossene Arbeit, sondern ein fortlaufendes, wachsendes Projekt, an dem sich jeder beteiligen kann.
Foto: Fiona Frahm/Moritz Hahn

      Tumblr-User im Blickpunkt: Fiona und Moritz von Zeit–Raum

      "Zeit–Raum. Ein zeitlich begrenzter Raum. Von hier bis da. Und nicht weiter. Zwischennutzung ist die Option für Subkultur in Stuttgart." 

      Wir haben diese Woche mit Fiona und Moritz von ZeitRaum über sterbende Clubs und  die Subkultur in Stuttgart gesprochen und darüber, wie sie diese Dinge dokumentieren.

      Worum geht es bei eurem Blog ZeitRaum?
      ZeitRaum ist ursprünglich im Rahmen des Stuttgarter Filmwinters 2014 mit dem Thema “What happened to Underground?” entstanden. Wir als Studenten des Kommunikationsdesigns an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart beschäftigen uns schon länger mit dem Thema des “Clubsterbens” und dem fehlenden Platz für Subkultur in unserer Stadt. Unser Blog ist ein Porträt der Orte in Stuttgart, an denen früher Subkultur existierte. Unsere kurzen Videos sollen eine Hommage an diese verschwundenen, aber nicht vergessenen Orte sein. Darüber hinaus soll das Projekt die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisieren. Wir wollen auch weiterhin in regelmäßigen Abständen nach solchen uns bisher noch nicht bekannten Orten suchen und hoffen weiterhin auf ein großes Interesse an unserem Tumblr-Blog.  
      Warum sterben in Stuttgart die Clubs aus? Was könnte man dagegen tun?
      Stuttgart ist eine Industriestadt. Das heißt Raum für Banken, Parkplätze, Einkaufszentren, eben alles was Konsum und Wirtschaft fördert, steht an erster Stelle. Da müssen kleinere Projekte, die nicht den Mainstream ansprechen und auch gar nicht dafür konzipiert sind, weichen. Wirtschaftliches Wachstum vor Charakter und Individualität sozusagen. Stuttgart an sich ist ja eine einzige Baustelle, da auch viele Lokalitäten wegen Bauprojekten wie zum Beispiel Stuttgart 21 abgerissen werden. Von daher gibt es häufig Orte, die die Möglichkeit der Zwischennutzung bieten. Schön und gut, immerhin gibt es so überhaupt eine Möglichkeit einen Platz in der Stadt für die Subkultur zu finden. Eine wirkliche Entwicklung oder zum Beispiel allein das Einladen größerer Acts ist unmöglich, wenn man zeitlich nicht ein wenig im voraus planen kann. Interessante und vor allem bezahlbare Räumlichkeiten auf längere Zeit gibt es hier leider so gut wie gar nicht.
      Wie geht es für euch weiter? 
      Ursprünglich war das Ganze nur als Filmmaterial gedacht, das im Rahmen des Stuttgarter Filmwinters als installative Arbeit und als Einspieler zwischen den Hauptfilmen laufen sollte. Während der Arbeit am Projekt wurde uns klar, dass dieses Projekt auf jeden Fall eine Internet-Präsenz braucht. Zum einen ist die Thematik ja nicht auf den Filmwinter 2014 mit dem Motto “What happened to Underground” begrenzt. Zum anderen ist es keine abgeschlossene Arbeit, sondern ein fortlaufendes, wachsendes Projekt, an dem sich jeder beteiligen kann.

      Foto: Fiona Frahm/Moritz Hahn